Hagen/Ulm Basketball: Ulm erlebt 91:104-Debakel in Hagen

Hagen/Ulm / SEBASTIAN SCHMID 25.04.2014
Nach einer indiskutablen Leistung im letzten Viertel haben die Basketballer von Ratiopharm Ulm mit 91:104 in Hagen verloren. Dabei hat sich auch noch Cameron Long verletzt und droht länger auszufallen.

Nichts ist es für die Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm mit dem Angriff auf Platz fünf geworden. Mit drei Siegen aus den letzten drei Spielen wollte der Pokalfinalist in der Tabelle noch an Boden gut machen, doch bereits der Auftakt ging schief. Mit 95:104 unterlag das Team von Trainer Thorsten Leibenath am Freitagabend bei Phoenix Hagen. Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Bereits am Sonntag (17 Uhr) sind die Artland Dragons in der Ratiopharm-Arena zu Gast.

Knackpunkt der umkämpften Partie bei Phoenix Hagen war das letzte Viertel, als die Ulmer sich in der Defensive völlig von der Rolle präsentierten und 39 Punkte von den davor keinesfalls dominant auftretenden Hausherren kassierten. Im Durchgang zuvor hatten die Feuervögel gerade einmal 15 Zähler erzielen können.

„Wir haben im letzten Viertel alles vermissen lassen, was wir uns in den letzten Monaten erarbeitet haben“, ärgerte sich Thorsten Leibenath, der nach dem Spiel „nicht gerade gut gelaunt“ war. Der Auftritt seiner Spieler im finalen Durchgang war für den Ulmer Trainer „nicht akzeptabel“, sein Team habe sich in dieser Phase wie „eine Schülermannschaft angestellt“.

Dabei wog sicherlich auch schwer, dass Cameron Long bereits nach achteinhalb Minuten verletzt vom Feld musste. Der beste Verteidiger des Teams war bei einer Aktion auf einem gegnerischen Fuß gelandet und umgeknickt. Heute folgt eine genauere Untersuchung, wie schwer die Verletzung ist. Ein Einsatz morgen ist recht unwahrscheinlich. Da Daniel Theis wegen Knieproblemen erst gar nicht mitgereist war, fehlten Leibenath in der Endphase damit zwei wichtige Spieler.

Bis zum 10:2 lief es für die Gäste zu Beginn gut – wobei die Hagener wohl noch von der vorangegangenen Verabschiedung von Bernd Kruel, der 16 Jahre für die Feuervögel gespielt hatte, abgelenkt waren. Kurz vor dem Viertelende ging das Team von Ingo Freyer dann durch einen Dreier des überragenden David Bell, der 29 Punkte erzielen konnte, erstmals in Führung (19:17). Wenig später musste Long vom Feld.

Es folgten zwei umkämpfte Viertel, in denen beide Teams offensiv ihr vorhandenes Potenzial unter Beweis stellten. Das war bereits beim 105:90-Heimsieg der Ulmer im Hinspiel der Fall gewesen. Auf Seiten des Pokalfinalisten war es lange Zeit Edgar Sosa, der sein Team im Spiel hielt. Als es beim Dominikaner dann nicht mehr lief, sprang Adam Hess in die Bresche. Der 33-Jährige, zu dieser Saison aus Hagen gekommen, lieferte an seiner alten Wirkungsstätte sein bislang bestes Saisonspiel ab und kam auf 19 Punkte. Hess war es auch, der das vierte Viertel mit einem Dreier eröffnete und Ulm mit 71:65 in Front brachte. Alles schien nach Plan zu laufen. Doch ein 10:0-Lauf brachte die Feuervögel zurück ins Spiel. Als Henry Dugat mit zwei schnellen Dreiern in Folge zum 81:80 traf, konnten die Ulmer noch einmal kontern. Per Günther sorgte zweieinhalb Minuten vor dem Ende für das 87:85 für Ulm.

Danach brachen bei den Gästen aber unverständlicherweise alle Dämme. 19 Zähler kassierte die Leibenath-Truppe in den finalen zweieinhalb Minuten, mehr als im ganzen Viertel zuvor. Der Schlusspunkt hätte aus Phoenix-Sicht nicht perfekter sein können. Hagens Basketball-Legende Kruel dunkte in seinem wohl letzten Heimspiel seiner Karriere zum 104:91-Sieg.

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