Gießen/Ulm Basketball: Ratiopharm Ulm gewinnt in Gießen mit 70:84

Gießen/Ulm / Sebastian Schmid 10.12.2017

Das Beste vorweg: Die Ulmer Basketballer sind mit dem sechsten Sieg in Serie zum ersten Mal in dieser Saison auf einen Playoff-Platz geklettert. Doch beim 84:70-Erfolg bei den Giessen 46ers bekleckerte sich das Team von Trainer Thorsten Leibenath nicht mit Ruhm. Mehr als die Hälfte der Partie sah es nach einer ordentlichen Blamage für die Ulmer aus, die sich am Ende bei Oldie Da’Sean Butler und Youngster Nicolas Bretzel bedanken konnten, dass es doch noch zum Erfolg gereicht hat.

Dabei mussten die Gastgeber vor dem Spiel gleich mehrere Rückschläge hinnehmen. Coach Ingo Freyer fehlten neben dem Langzeitverletzten Max Landis  noch Austin Hollins und Jamar Abrams. Damit waren drei  Akteure der etatmäßigen Startformation außer Gefecht. Zudem war Benjamin Lischka vor der Partie in einen Autounfall verwickelt, blieb aber unverletzt und konnte spielen.

Bald Ohlbrecht-Comeback?

Notgedrungen musste Freyer also auf Spieler aus der Pro-B-Mannschaft setzen. Was nach einer einfachen Aufgabe aussah, bereitete Per Günther Kopfzerbrechen: „Das macht es immer schwierig. Da laufen jetzt ein paar Spieler rum, die wir nicht kennen und die heiß sind“, warnte der Ratiopharm-Kapitän bei Telekom Sport. Er sollte recht behalten. So bereitet Jeril Taylor, der vom Pro-B-Team direkt in die Anfangs-Fünf beordert wurde, Ulm zu Beginn große Probleme.

Die Gäste, die auf Luke Harangody und Tim Ohlbrecht, dessen Comeback laut Leibenath „eher zeitnah als zeitfern“ stattfinden soll, starteten insgesamt schlecht und brauchten zweieinhalb Viertel, ehe sie stärker wurden. So konnte John Bryant sein Team früh zweistellig in Fühung bringen (15:5). Der Ex-Ulmer kam zwar auf elf Punkte und elf Rebounds, verwarf allerdings auch fünf seiner sechs Dreierversuche.

Erst zum Ende des zweiten Viertels kämpften sich Ulm wieder heran. Bis dahin hatten die Hausherren das Tempo bestimmt. Um in Führung gehen zu können, benötigte es einen Bundesliga-Debütanten. Nicolas Bretzel kam im dritten Viertel ins Spiel, brauchte lediglich 13 Sekunden für seine ersten Erstliga-Punkte und ließ diesen vier weitere Zähler in Folge sowie zwei Blocks folgen. Es war der Start zu einem 15:0-Lauf und der 61:52-Führung für das Ratiopharm-Team.

Dass die Gäste gegen aufopferungsvoll kämpfende Gießener nicht noch einmal richtig Zittern mussten, lag an Da’Sean Butler. Der 29-Jährige war mit 21 Punkten und 14 Rebounds der überragende Akteur und stets zur Stelle, wenn bei den 46ers Hoffnung aufkeimte. Für Ulm geht es nun am Mittwoch im Eurocup auf Gran Canaria (21.30 Uhr) weiter.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel