Sport Basketball: Ehinger gewinnen das Finale gegen die Frankfurt Skyliner

FLORIAN ANKNER 09.05.2016
Mit einem deutlichen 77:58-Erfolg über die Frankfurt Skyliner Juniors gewinnen die Steeples die Meisterschaft in der 2. Basketball Bundesliga ProB.

Die Freude war grenzenlos: Kurz nach Schlusspfiff fielen sich die Spieler des Team Ehingen Urspring in die Arme, jubelten und feierten. Es war der Moment, in dem die Anspannung einer ganzen Saison von den Schultern der Spieler gefallen war und die unbändige Freude aus ihnen heraussprudelte. Aber nicht nur die Akteure auf dem Spielfeld ließen ihren Emotionen freien Lauf, sondern auch die rund 1000 Zuschauer in der Längenfeldhalle.

Mit einem deutlichen 77:58-Erfolg über die Frankfurt Skyline Juniors sicherten sich die Steeples den zweiten Meistertitel nach 2011. "Das hätte ich vor der Saison nicht gedacht", sagte Trainer Domenik Reinboth nach dem Schlusspfiff, den Tränen nahe. Für den jungen Trainer war es gleich der erste Titel in seinem ersten Jahr als Cheftrainer. Die Spieler würdigten dessen Verdienste auf ihre ganz eigene Art und Weise: Kurz nach dem Spiel schütteten sie ihrem überraschten Trainer eine Zwei-Liter-Bierflasche über den Kopf.

Zwei Stunden zuvor war von dieser ausgelassenen Stimmung noch wenig zu spüren. Viel zu angespannt waren alle Beteiligten vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Doch anders als noch im ersten Finalspiel am Donnerstag, begannen die Steeples konzentrierter und ohne Nervosität. So verhinderten sie auch einen schnellen Lauf der Hessen. Dennoch gerieten die Steeples wieder früh in Rückstand. So stand es in der vierten Spielminute 4:8 aus Ehinger Sicht. Gerade unter dem Korb schafften es die Frankfurter, den Steeples keine einfachen Würfe zu geben. So blieben die Hausherren auch zu diesem frühen Zeitpunkt der Partie bereits mehrere Minuten ohne eigenen Korberfolg. Das änderte sich aber, als Radi Tomasevic auf das Feld kam. Der Aufbauspieler brachte neue Akzente in die Ehinger Offensive. Er war es auch, der die Ehinger in der 8. Spielminute wieder in Führung brachte (12:11). Bis zum Ende des ersten Viertels bauten die Hausherren ihre Führung auf 16:13 aus.

Auch im zweiten Abschnitt blieben die Ehinger die bissigere Mannschaft und brachten durch ihre gute Verteidigung unterm Korb die Frankfurter dazu, vermehrt Würfe von der Dreierlinie zu nehmen, die sie, im Gegensatz zum Hinspiel, nur selten verwandeln konnten. In dieser Phase des Spiels standen die beiden Schiedsrichter der Partie im Fokus. Durch mehrere eklatante Fehlentscheidungen griffen sie ins Spiel ein. Auch dadurch begünstigt gingen die Frankfurter durch einen 5:0-Lauf wieder mit 24:23 in Führung (15.). Lange hielt die Führung aber nicht. Durch zwei schnelle Körbe von Tobias Jahn und Devon Moore drehten die Ehinger das Spiel (27:24). Durch einen weiteren Korb brachte Moore auch die Steeples zum ersten Mal mit sechs Punkten in Führung (30:24/19.), der Punktdifferenz, die zum Titel reichen würde. Bis zur großen Pause bauten die Hausherren den Vorsprung gar auf 32:24 (10:0-Lauf) aus. Dabei blieben die Frankfurter fünf Minuten ohne eigenen Korberfolg. Gerade Devon Moore und Tobias Jahn drückten der ersten Halbzeit ihren Stempel auf und kamen zusammen auf 23 der 32 Punkte. Ein weiterer Faktor, der für die Ehinger Arbeit unter den Körben sprach, ist, dass sie in den ersten 20 Minuten bereits 20 Rebounds abgriffen, die Hessen lediglich elf.

Gleich zu Beginn des dritten Viertels kletterte der Ehinger Vorsprung erst auf zehn Punkte (34:24/21.) und dann, durch den ersten Ehinger Dreier des Spiels, auf 37:24. War es in den ersten Minuten des Spiels Moore, der die Partie dominierte, war es nun Daniel Berger. In den ersten vier Minuten traf Berger nicht nur drei Dreier, sondern kam auch auf elf Punkte. Durch den Lauf gingen die Steeples komfortabel in Führung (45:30/25.). Bis zum Ende des Viertels kam Berger auf fünf Dreier und 19 Punkte. Angeführt durch den US-Amerikaner kletterte der Vorsprung auf 58:42 für Ehingen. Ab diesem Zeitpunkt war bereits klar: Die Steeples werden Meister.

Und so rotierte Reinboth mit den Spielern, sodass alle zwölf Akteure zum Einsatz kamen. Bis zum Ende des Spiels bauten die Ehinger die Führung weiter aus und gewannen schließlich mit 77:58 nicht nur die Partie, sondern auch die Meisterschaft. "Die Defensive hat das Spiel gewonnen", freute sich Reinboth. "Wir haben eine Mannschaft, die normalerweise 80 Punkte macht, bei 58 gehalten. Das spricht für uns und war auch der Schlüssel zum Sieg."

Dabei kam es schon zwei Minuten vor dem Schlusspfiff zu emotionalen Szenen, als Reinboth Maxi Eisele auswechselte. Nach sechs Jahren in Urspring und Ehingen war es der letzte Auftritt für den Aufbauspieler im Trikot der Ehinger. Ab der kommenden Saison wird er für die Universität von Calgary in Kanada spielen und nebenbei sein Studium zum Arzt aufnehmen.

Team Ehingen Urspring: Daniel Berger (26 Punkte), Devon Moore (21). Tobias Jahn (18), Kevin Luyeye (3), Timo Volk (2), Maxi Eisele (2), Zaire Thomspon (2), Radi Tomasevic (2), Noah Aghas, Finn Eckhardt

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