Pokal Basketball Ulm: Leibenath übernimmt Verantwortung für Niederlage

Von der Punkteausbeute her noch zwei der besseren Ulmer bei der Pokalniederlage: Patrick Miller zieht zum Korb, Topscorer Dwayne Evans schaut zu. Letztlich war es aber zu wenig, was die Ratiopharm-Akteure bei den Hessen ablieferten.
Von der Punkteausbeute her noch zwei der besseren Ulmer bei der Pokalniederlage: Patrick Miller zieht zum Korb, Topscorer Dwayne Evans schaut zu. Letztlich war es aber zu wenig, was die Ratiopharm-Akteure bei den Hessen ablieferten. © Foto: Rene Weiss/Eibner
Ulm / Sebastian Schmid 08.10.2018

Thorsten Leibenath hat sich und seiner Mannschaft in Frankfurt einen Bärendienst erwiesen. 3:21 Minuten waren noch zu spielen, als sich der 43-Jährige nach einer strittigen Szene derart über den ausgebliebenen Pfiff aufregte, dass er binnen Sekunden zwei technische Fouls erhielt und den Innenraum der Fraport-Arena verlassen musste. Zu diesem Zeitpunkt führte das Ratiopharm-Team im Pokal-Achtelfinale mit 69:66. Am Ende stand eine 74:78-Niederlage und damit das Erstrunden-Aus zu Buche.

Leibenath rückt in den Fokus

„Ich übernehme die Verantwortung. Die Niederlage geht auf meine Kappe“, sagte Leibenath und stellte klar: „Das darf mir nicht passieren.“ Angesichts der Tendenz zu diesem Zeitpunkt ist aber fraglich, ob Leibenath mit seiner Anwesenheit die Niederlage hätte verhindern  können. Denn nachdem die Ulmer zwischenzeitlich bereits mit Zehn-Punkten geführt hatten, gaben sie diesen Vorsprung im dritten und vierten Viertel nach und nach aus der Hand. Bereits vor Leibenaths Aussetzer waren die Skyliners bis auf einen Zähler herangekommen (64:65).

Doch mit der Aktion des Coaches rücken die sportlichen Unzulänglichkeiten ein wenig in den Hintergrund. Stattdessen steht Leibenath nach der dritten Niederlage im dritten Pflichtspiel im Mittelpunkt der Kritik. Er hatte von seinen Spielern nach den Partien in der Liga gegen Bayern München (77:83) und im Eurocup bei Roter Stern Belgrad (73:88) gefordert, in den entscheidenden Phasen disziplinierter und abgeklärter zu agieren. Nun verlor er selber die Nerven.

Die 25 Punkte von Dwayne Evans, der verbesserte Auftritt von Patrick Miller (zwölf Zähler, sieben Assists) und das gewonnene Reboundduell (41:37) sind kleine Lichtblicke einer Partie, in der die Schattenseiten überwogen. Zwar sah die Abwehr bei Ulm phasenweise ordentlich aus, letztlich wurden Frankfurt aber 32 Dreierversuche gestattet, aus denen elf Treffer resultierten. Vor allem Brady Heslip, der fünf seiner zwölf Distanzwürfe verwandelte, tat dem Ratiopharm-Team immer wieder weh.

Das Ulmer Offensivspiel war von Einzelaktionen geprägt, was sich auch daran zeigte, dass nur Miller und Per Günther als Vorlagengeber in Erscheinung traten. Gegen die stärker werdende Defense taten sich die Gäste deshalb immer schwerer, zum Erfolg zu kommen. Zwischenzeitlich hatten sie es versäumt, die taumelnden Frankfurter weiter zu distanzieren. „Wir haben es wieder nicht geschafft, ein Spiel am Ende zuzumachen“, sagte Evans bei Telekom Sport. Auch Assistenztrainer Tyron McCoy, der nach Leibenaths Rauswurf am Ende das Kommando hatte, erkannte das Manko: „35 Minuten lang waren wir gut dabei. Dann haben wir ein wenig den Fokus verloren und waren nicht mehr in der Lage, Körbe zu erzielen.“

Die Schwäche in den entscheidenden Momenten muss Ulm schnellstmöglich abstellen. Der restliche Oktober hat es nämlich in sich. Nach dem Eurocup-Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul am Mittwoch (19.30 Uhr) geht es nach Oldenburg. In der Bundesliga folgen dann Heimspiele gegen Berlin und die Gießern 46ers mit John Bryant. Nach einem goldenen Herbst sieht das nicht aus. Eher nach stürmischen Zeiten.

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