Wer am Dienstagabend nach der 106:112-Niederlage nach Verlängerung der Ulmer gegen Berlin dachte, dümmer kann man eine Partie nicht verlieren, wurde nur drei Tage später eines Besseren belehrt: Mit 98:103 unterlag das Team von Trainer Jaka Lakovic gegen Löwen Braunschweig, einem direkten Konkurrenten um einen Playoff-Platz, gegen den man bereits die zweiten Niederlage dieser Saison kassiert hat.

Ulm startet schlecht ins Spiel – auf das Team wartet viel Arbeit

Eine besondere Note erhielt der Erfolg der Niedersachsen dadurch, dass ausgerechnet der ehemalige Ulmer Co-Trainer Peter Strobl in seiner ersten Saison als Cheftrainer Braunschweig zum ersten Erfolg in der Ratiopharm-Arena geführt hat. Davor hatte es elf Niederlagen in Serie gesetzt.

Wer in zwei Spielen 215 Punkte kassiert, braucht nicht lange nach den Fehlern suchen. Schwieriger dürfe es für Lakovic werden, diese abzustellen. Kam dem Slowenen vor der Alba-Partie die lange Pause von 17 Tagen eher ungelegen, dürfte er nun ganz froh sein, dass aufgrund des Nationalmannschaftsfensters nun 15 Tage Zeit ist, bevor in Bayreuth die nächste Bundesliga-Partie ansteht. Auf die Ulmer wartet viel Arbeit.

Wie schon gegen Berlin starteten die Ulmer schlecht ins Spiel, kassierten schnell einen 0:11-Lauf und mussten nach dem 2:11 erneut einem Rückstand hinterher rennen. Doch bis zum Viertelende drehten die Hausherren das Spiel und gingen mit einem 27:25 in die zweiten zehn Minuten. Dort sah es bis zum 40:41 noch recht solide aus, was Ulm bot – dann brach das Team erneut ein. Mit teilweise katastrophalen Ballverlusten wurde es den Löwen nicht einmal annähernd schwer gemacht, bis zur Halbzeit auf 57:44 davonzuziehen.

Dragic ist nicht zu ersetzen

Auch wenn es müßig ist, dem abgewanderten Zoran Dragic hinterherzutrauern, zeigte sich in dieser Phase, dass der Slowenen nicht nur als Scorer sondern auch als Mentalitätsmonster nicht zu ersetzen ist. Die Hausherren ließen im zweiten Durchgang den bedingungslosen Willen vermissen, der nötig ist, um einen Playoff-Konkurrenten zu besiegen. Das merkten auch die Fans in der Arena und skandierten: „Wir woll’n euch kämpfen seh’n!“

Das taten die Ulmer im dritten Viertel auch – doch es brachte nichts, da sie in der Verteidigung noch immer zu nachlässig agierten. Immerhin konnten sie sich auf ihren Angriff verlassen. Im letzten Viertel gelang es dann endlich, den Rückstand Punkt um Punkt zu verkürzen. 82 Sekunden vor dem Ende traf Killian Hayes, der wie Tyler Harvey auf 18 Punkte kam, per Dreier für sein Team zur Führung (95:93). Im Gegenzug traf Thomas Klepeisz ebenfalls per Dreier zum 95:96. Noch waren 1:13 Minuten zu spielen – doch die wurden aus Ulmer Sicht zu Vollkatastrophe. Drei verheerende Ballverluste von Hayes sowie einer von Grant Jerrett führten dazu, dass Jairus Lyles in 73 Sekunden sieben Punkte auf seine Konto draufpackte und Braunschweig auf 103:95 enteilte. Obst Dreier mit der Sirene kaschierte die blamable Schlussphase nur noch minimal.