Über fünf Wochen ist es nun her, dass Zoran Dragic Ratiopharm Ulm verlassen hat. Doch noch immer führt der 30 Jahre alte Slowene die Basketball-Bundesliga mit durchschnittlich 19,9 Punkten als Topscorer an. Ein Wert, den er bei seinem neuen Arbeitgeber Baskonia Vitoria-Gasteiz in Spanien bei weitem nicht erreicht. 4,8 Punkte im Schnitt waren es in den ersten vier Spielen. Besser lief es für „Zoki“ in der Euroleague, wo er bislang fünfmal auflief (7,8 Punkte). Beim 80:71-Sieg bei Bayern München gehörte Dragic erstmals zur Startformation – gemeinsam mit dem Ex-Ulmer Pierria Henry.

Das Duo hatte einen großen Anteil am Erfolg beim deutschen Meister. Für die Playoffs wird es für den Achten der spanischen Liga in der Königsklasse aber wohl nicht reichen. Trotzdem bereut Dragic den Wechsel während der Saison nicht. „Ich bin glücklich“, erklärte „Zoki“ in München. Die Ulmer Spiele verfolgt er live im TV, das Abo läuft bis Saisonende. Deshalb weiß er, dass es zuletzt nicht wie erhofft lief. Ein wenig plagt ihn deshalb das schlechte Gewissen, auch weil er mit Trainer Jaka Lakovic einen Ex-Mitspieler und Freund im Stich gelassen hat. „Ist der Klub sauer?“, will Dragic wissen und liefert seine Einschätzung gleich hinterher. „Ihnen wird es nicht gefallen, dass ich gegangen bin.“

Weiterer Ex-Spieler lobt Ulm

Damit liegt er richtig. Zumal die Ulmer Vereinsverantwortlichen vom Wechsel ein Stück weit überrascht wurden. Noch zwei Tage vor seinem plötzlichen Abschied hatte es aus Dragics Familienkreis geheißen, dass es kein konkretes Angebot gebe und alle in Ulm sehr zufrieden seien. In München räumte „Zoki“ nun ein, dass er den unterschriftsreifen Vertrag fünf Tage vor seinem Abschied aus Ulmer erhielt. „Die Chancen, auf einem noch höheren Level spielen zu können, musste ich ergreifen.“

Das erste Mal vom Interesse aus Baskonia hatte er Mitte Dezember erfahren. „Aber solange kein Vertrag auf dem Tisch lag, habe ich mich voll auf Ulm fokussiert“, versichert der Nationalspieler, der gemeinsam mit NBA-Superstar Luka Doncic (Dallas Mavericks) Slowenien zu Olympia führen will.

Dass Pierria Henry für Ulm auflief, ist schon eine Weile her. Der inzwischen 27-Jährige wurde mit dem Ratiopharm-Team 2016 Vizemeister. Seine Zeit an der Donau hat er in guter Erinnerung behalten. „Ich bin dem Klub noch immer dankbar, dass er mir eine Chance gegeben hat“, sagt der Aufbauspieler und lobt seinen Ex-Verein: „Ulm ist eine gute Adresse für Spieler, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.“ Der jüngste Beweis für diese Aussage spielt nun mit Henry in einem Team.