Am Ende waren beide Trainer nicht unzufrieden – aber sowohl Elchingens Igor Perovic als auch Ulms Anton Gavel waren mit dem Auftritt ihrer Spieler auch nicht gänzlich zufrieden. Letztlich konnte Perovic seinen Arbeitstag mit einem etwas besseren Gefühl beenden, schließlich haben die Elche das Basketball-Derby in der Pro B mit 76:65 (51:29) gewonnen. Trotz des 14. Erfolgs in Serie und der klaren Tabellenführung blickte der 45-Jährige leicht besorgt auf die Partie vor 1000 Fans in der vollbesetzten Brühlhalle. „Wir müssen das in der zweiten Halbzeit besser lösen“, sagte Perovic, dessen Mannschaft gegen die Orange Academy zu Beginn des dritten Viertels bereits mit 25 Punkten Differenz (56:31) vorne gelegen hatte.

Doch statt den Sieg souverän nach Hause zu spielen, geriet der haushohe Favorit noch ins Wanken. Sechs Minuten vor dem Ende reduzierten die Gäste den Rückstand in den einstelligen Bereich (57:66) und vergaben in der Folge sogar einige gute Chancen, noch näher heranzukommen. Mit viel Erfahrung und dank der individuellen Qualität des stark aufgelegten Darian Ruda Cardenas (18 Punkte) setzte sich der Favorit aber letztlich doch recht souverän durch.

Konzentration bei Elchingen lässt nach

Angesichts der zwischenzeitlichen klaren Führung ist es sogar ein Stück weit nachvollziehbar, dass bei den Elchen die Konzentration nachließ. Schließlich hatten sie in der ersten Halbzeit ihre Klasse bewiesen und gezeigt, dass sie zu Recht die Tabelle anführen und als Titelfavorit gelten. Doch Perovic muss jetzt schon einen Schritt weiter denken und schauen, dass sein Team in den restlichen drei Hauptrundenspielen die Spannung bis zum Start der Playoffs hoch hält, um dort nicht böse überrascht zu werden. Deshalb passte ihm die Nachlässigkeit in der zweiten Halbzeit so gar nicht in den Kram

Orange Academy kämpft um die Playoffs

Gavel muss sich hingegen nicht sorgen, dass sein Team die Spannung verliert. In den restlichen Partien geht es darum, die Abstiegsrunde zu vermeiden und den Sprung in die Playoffs zu schaffen. Dass seine Mannschaft, die unter anderem ohne Topscorer Christoph Philipps (war mit dem Ulmer Bundesliga-Team nach Bonn gereist) angetreten war, in der ersten Halbzeit nicht mit der richtigen Einstellung zu Werke ging, ärgerte den ehemaligen Bundesligaspieler. „Wir haben zu soft verteidigt.“

Dafür stimmte es Gavel ein wenig versöhnlich, dass sich seine Schützlinge in der zweiten Halbzeit steigerten, die Partie zumindest halbwegs spannend gestalteten und dem Ligaprimus einen ordentlichen Kampf ablieferten. Zufrieden war er aber trotzdem nicht: „Eine Niederlage bleibt eine Niederlage.“ Und die bringt einen im Kampf um die Playoffs eben nicht weiter.

Coole Idee im Elchinger Hallenheft


Die Elche hatten sich für ihr Hallenheft eine coole Idee ausgedacht. Dort gab es das Derby der ScanPlus Baskets Elchingen gegen die Orange Academy als Karten-Quartett für daheim. Von je zwölf Spielern beider Teams waren in der Heftmitte Karten zum Ausschneiden mit Fotos und den statistischen Werten der bisherigen Pro-B-Saison vor dem Derby. Zwei Tipps: Elchingens Lamar Mallory ist bei den Punkten nicht zu schlagen (257), Ulms Zachary Ensminger bei den gespielten Minuten (518). Wer das Karten-Quartett will, muss sich schnell an die Elchinger Basketballer wenden, bevor die Heftchen im Altpapier landen.