Im fünften Anlauf hat es für das Team Ehingen Urspring mit dem ersten Sieg der ProA-Saison geklappt. Das Team von Trainer Domenik Reinboth setzte sich am Mittwochabend bei den Gladiators Trier dank eines tollen kämpferischen Auftritts und einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit 86:83 durch. Dass es für die Hausherren die erste Partie nach der Quarantäne war, spielte sicherlich eine Rolle, soll den Erfolg der jungen Ehinger Truppe aber keineswegs schmälern.
Denn es war ein hartes Stück Arbeit, ehe Reinboth und seine Jungs jubeln durften. Zu Beginn war von der Pause bei den Gladiators wenig zu sehen. Vielmehr zeigten sie sich zunächst sehr treffsicher, hatte aber gleich nach einer Minuten Pech, dass sich der Ex-Ehinger Kalidou Diouf verletzte. Damit fiel nach Jermaine Bucknor, der an den Folgen einer Corona-Infektion leidet, ein zweiter wichtiger Akteur aus.

Oshita aus der Distanz treffsicher

Die Ehinger waren aber ebenfalls von Beginn an wach, vor allem Christian Oshita sorgte mit drei Dreiern in Serie dafür, dass Trier nicht davonziehen konnte. Mitte des Viertels kam dann Ferenc Gille aufs Feld, der seine bislang stärkste Leistung in dieser Runde ablieferte. Mit seinen Offensivrebounds sicherte er seinem Team immer wieder zweiten Wurfchancen. Trotzdem lag Ehingen nach zehn Minuten mit 18:23 zurück.
Bei beiden Mannschaften häuften sich nach der starken Startphase die Fehler. Die Gäste berappelte sich schneller, gingen durch Maxi Langenfeld im zweiten Viertel in Führung (28:27) und zogen auf 38:28 davon. Trier war nun gar nicht mehr im Spiel, der Außenseiter witterte seine Chance, ließ den Ball gut laufen und baute seinen Vorsprung aus, obwohl auch ihm einige Fehler unterliefen. Mit einer Zehn-Punkte-Führung (45:35) ging Reinboths Truppe in die Kabine.

Mit einem 11:0-Lauf dreht Trier das Spiel

Als es weiterging, blieb Ehingen zunächst am Drücker und Gille sorgte für das 60:47. Dann klappte gar nichts mehr. Innerhalb von zwei Minuten legten die Gladiators erst einen 11:0-Lauf hin, lagen zu Beginn des letzten Durchgangs mit 64:61 vorne und zogen dann auf 68:63 davon. Reinboth reagierte, indem er auf eine Zonen-Verteidigung umstellte – und machte damit alles richtig.
„Wir haben keine Lösung für die Zone gehabt“, sagte Triers Trainer Marco van den Berg, der die Einsatzbereitschaft seines Teams monierte: „Mir hat von Anfang an die maximale Energie gefehlt.“ Ein Punkt, über den sich Reinboth nicht beschweren konnte. Seine Spieler waren zwar nicht immer ganz fehlerfrei, kämpften aber um jeden Ballbesitz – und belohnten sich für diesen Einsatz.

Den Trierern versagen die Nerven

In den Schlussminuten wechselte die Führung beinahe in jedem Angriff; der Ex-Ehinger Thomas Grün beispielsweise traf 105 Sekunden vor dem Ende per Dreier zum 83:82. Im Gegenzug behielt Kevin Strangmeyer einen kühlen Kopf und sorgte aus der Mitteldistanz für das 84:83. Dann klaute Oshita Triers Robert Nortmann im letzten Moment den Ball, wurde anschließend gefoult und traf beide Freiwürfe zum 86:83.
Die Hausherren zeigten hingegen Nerven: 16 Sekunden vor der Sirene vergab Nortmann zwei Freiwürfe; nach einem Ehinger Ballverlust und einem dummen Foul hatte Jonathan Dubas 2,5 Sekunden vor dem Ende mit drei Freiwürfen die Chance zur Verlängerung. Doch er traf letztlich keinen seiner Versuche. Und so jubelten am Ende die Ehinger über den vollauf verdient ersten Saisonsieg.