Unfreiwillige Spielpause für Ratiopharm Ulm. Am Donnerstag beschlossen die Vertreter der 17 Erstligisten auf einer Sondersitzung, den Bundesliga-Spielbetrieb bis auf Weiteres auszusetzen. Damit folgten sie den internationalen Basketball-Wettbewerben, die zuvor eine Pause verkündet hatten. Innerhalb der nächsten 14 Tage wollen sich die Klubs erneut zusammensetzen, um mögliche Szenarien zu besprechen. „Es bleibt das Ziel, die Saison zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Ratiopharm Ulm.

Wie das umgesetzt werden soll, wurde nicht bekannt. Denkbar ist, dass die Saison, wie im Eishockey geschehen, nach der Hauptrunde ohne Playoffs beendet wird. Auch möglich, dass die Playoffs in verkürzter Form ausgetragen werden und statt drei Siegen bereits zwei Erfolge zum Weiterkommen reichen. Doch egal, wie die Lösung ausfallen wird: Für Fans und Vereine wird es Einschränkungen geben. „Es wird keine hundertprozentige Lösung geben“, sagte Liga-Chef Stefan Holz und ergänzte: „Jede Lösung ist irgendwie schlecht, wir müssen abwägen.“ Dabei wird es vor allem darum gehen, wie die Vereine die Coronakrise mit den geringsten finanziellen Einbußen überstehen. Die wird es aber auf jeden Fall geben. Für so manchen Klub können diese sogar existentiell werden.

Schritt war unungänglich

Doch der Schritt war unumgänglich: „Alle Akteure der BBL sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Prävention ist das oberste Gebot der Stunde“, sagte Andreas Oettel, Geschäftsführer Finanzen bei Ratiopharm Ulm. Auf ihn wartet jetzt ebenso wie auf Thomas Stoll (Geschäftsführer Sport) und Sportdirektor Thorsten Leibenath einiges an Arbeit. Wie es für Ratiopharm Ulm in den kommenden Wochen weitergeht, will der Klub am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Zu klärende Fragen gibt es viele. Unabhängig davon, wie es weitergeht. Wie lange gelten die Verträge der Spieler? Was passiert mit den Amerikanern im Team, nachdem die USA die Einreisebestimmungen verschärft hat? Noch könnten diese in ihre Heimat reisen. Doch wie lange noch? Werden die Kosten für die Dauerkarten anteilig zurückerstattet, wenn es zu Geisterspielen kommt? Mit welchen finanziellen Einbußen rechnet der Verein und wie wirken sich diese auf die kommende Saison aus?

Die Ulmer Mannschaft hatte am Donnerstagvormittag noch trainiert und sich auf die Partie am Sonntag bei den Hamburg Towers vorbereitet. Die wird nun vorerst ebenso wenig stattfinden wie voraussichtlich das für Mittwoch geplante Heimspiel gegen die BG Göttingen und das darauffolgende Spiel in Frankfurt. Das Ratiopharm-Team wurde gestern Nachmittag über die Spielpause informiert.

Auch Amateure sind betroffen

Auch der Amateurbereich der Ulmer ist  betroffen. So hat BBU `01 mit sofortiger Wirkung den kompletten Trainings- und Spielbetrieb eingestellt, die Maßnahmen gelten zunächst bis zum Ende der Osterferien. Sogar das Sportler-Internat und das Spieler-Haus im Grünen Winkel wurden geräumt, die dort wohnenden Basketball-Talente kehrten zu ihren Familien zurück.

Auch das Orange Dinner, die Wohltätigkeitsveranstaltung der Ulmer Basketball, musste abgesagt werden. Wer sich eines der begehrten Tickets ergattern konnte, erhält sein Geld zurück.

Auch Elchingen und Orange Academy spielen nicht


Neben der Basketball-Bundesliga wird es am Wochenende auch in den zweiten Ligen Pro A und Pro B keine Spiele geben. Betroffen sind davon die ScanPlus Baskets Elchingen, die als Erster der Pro-B-Hauptrunde am Samstag die Juniors Oldenburg in der Brühlhalle zum Viertelfinal-Auftakt empfangen hätten. Die Orange Academy kann sich die Reise nach Schwelm zunächst einmal sparen. Das Team von Anton Gavel war als Siebter der Pro B in die Playoffs eingezogen. Die Liga will in der kommenden Woche auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung darüber beraten, wie es weitergehen soll.