Ehingen Auch in Japan herausragend

So kennen ihn die Ehinger Fans: Jeff Gibbs 2005 für die TSG am Ball.
So kennen ihn die Ehinger Fans: Jeff Gibbs 2005 für die TSG am Ball. © Foto: Raidt
Ehingen / WERNER GALLBRONNER 28.02.2013
Er ist zwar nicht gebürtig aus der Region, doch Ehingen war sein Sprungbrett in den Profisport. Jeff Gibbs ist den Basketball-Fans wohl bekannt. Jetzt spielt er seit drei Jahren erfolgreich in Tokio bei Toyota Alvark.

Die JBL, das japanische Gegenstück zur Basketball-Bundesliga (BBL), ist nun schon in der dritten Saison die sportliche Heimat von Jeff Gibbs. Unter Trainer Don Beck, auch schon in der Bundesliga (Trier) aktiv, schreibt der Sportler seine Erfolgsgeschichte jetzt in Tokio weiter. Vergangenes Jahr holte sein Team, Toyota Alvark, das Double mit Meisterschaft und Pokal. Jeff Gibbs wurde unter die besten fünf Spieler der Play-offs gewählt. Derzeit liegt die Mannschaft auf Rang zwei in der JBL, punktgleich mit Spitzenreiter Aishin Sea Horses.

Als "Mr. Incredible", Herr Unglaublich, hat sich Jeff Gibbs in Basketball-Deutschland einen Namen gemacht. Denn trotz seiner für einen Basketballer geringen Körpergröße von 1,86 Meter pflückte sich der bullige Forward regelmäßig die meisten Rebounds unterm Korb und brachte damit so manchen Gegenspieler zur Verzweiflung. Im Januar 2004 stieß der US-Amerikaner vom kleinen Otterbein College zum Ehinger Zweitligisten - die Steeples traten damals noch unter dem Namen TSG Humana an, wechselte dann in der Saison 2005/2006 zum regionalen Ligakonkurrenten Ulm.

"Meine Erinnerungen an Ehingen und Ulm sind ausschließlich positiv", so Jeff Gibbs. Schließlich sei Ehingen seine erste Station außerhalb der USA gewesen, wo er mit starken jungen Talenten wie Nicolai Simon, Lucca Staiger oder Marco Buljevic zusammen spielen konnte. "Die haben immer sehr hart gearbeitet", zeigt er sich noch heute beeindruckt. An den Aufstieg mit Ulm in die BBL, an die Play-offs und die jährlichen All-Star-Spiele denkt der 32-Jährige gern zurück. "Meine Frau und ich haben dort Freundschaften geschlossen, die ein Leben lang halten werden." Mit vielen alten Teamkameraden, Freunden und anderen stehe er weiterhin in Kontakt. Auch verfolge er immer noch, wie sich seine ehemaligen Teams Ehingen und Ulm schlagen und "ich bin glücklich über den Erfolg, den beide haben".

Es sei hart für ihn gewesen, Deutschland zu verlassen. "Es war mehr als eine zweite Heimat für mich und meine Familie." Nichts desto trotz hätten sie sich in der japanischen Metropole sehr gut eingewöhnt und er sei jetzt glücklich in Japan. "Das Leben in Tokio ist schön." Nur mit der Sprache hapert es wohl noch etwas: Sein japanisch werde so langsam besser, so Gibbs, da ihm seine Teamkameraden einige Worte beibringen. Zwar habe er schon gedacht, dass deutsch lernen schwierig sei, "aber japanisch lernen ist viel härter".

Und wie sieht es mit einer Rückkehr nach Deutschland aus? "Ich bin glücklich in Japan", wiederholt Gibbs, aber "ich werde niemals nie sagen" zu Möglichkeiten, die sich für ihn in Deutschland auftun.

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