Interview Andreas Werther zur Zukunft des Vereins

Andreas Werther (re.) hat klare Vorstellungen von der Rolle der Basketballer.
Andreas Werther (re.) hat klare Vorstellungen von der Rolle der Basketballer. © Foto: sp
Oberelchingen / THOMAS GOTTHARDT 20.08.2015
Andreas Werther, Vorsitzender des SV Oberelchingen, krempelt den Verein um. Nutznießer sind auch die Basketballer, die sich als Aufsteiger zum Aushängeschild in der Zweiten Liga/Pro B entwickeln sollen.

Herr Werther, die ScanPlus Baskets Elchingen haben als Aufsteiger in die Zweite Liga/Pro B personell ordentlich aufgerüstet. Wollen Sie die zweite Basketball-Kraft in der Region werden?

ANDREAS WERTHER (Vorsitzender des SV Oberelchingen): Nein. Die Elchinger Basketballer wollen ein ganz bestimmtes Jugendkonzept realisieren. Dazu brauchen wir eine Mannschaft, die ein Aushängeschild ist. Wir haben gesagt, das muss mindestens die erste Regionalliga, kann aber auch die Pro B sein. Es geht ausdrücklich nicht um eine bestimmte Profi-Liga.

Ist die Pro B also ein Ausrutscher?

WERTHER: Ein Verein braucht, wenn er Jugendliche an sich binden will, eine bestimmte Form von Spitzensport. Aus unserer Sicht ist Minimum Regionalliga, aber die Pro B ist uns eben auch recht.

Das neue Team macht durchaus den Eindruck, als könnte es zumindest oben mitspielen.

WERTHER: Wir stecken mit dem SV Oberelchingen und den Basketballern in einer Umbruch- und Aufbauphase. In so einer Situation ist es ganz, ganz wichtig, dass der Basketball möglichst hoch in der Liga startet und sich dort hält. Weil dann ganz viele mitziehen. Von Sponsoren, die am wackeln sind und dann noch aufspringen, bis hin zu Zuschauern, die dann kommen, oder Einzelnen, die sich engagieren. Die Chance, oben mitzuspielen, gibt den besten Auftrieb für das Umfeld. Deshalb haben wir eine starke Mannschaft zusammengestellt, nicht, weil wir aufsteigen wollen.

Sie sind seit 2008 Vorsitzender des SV Oberelchingen. Warum ist die Aufbruchstimmung erst in den vergangenen zwei Jahren, also seit der Verpflichtung von Trainer Dario Jerkic, so deutlich geworden?

WERTHER: Die Aufbruchstimmung beim SV Oberelchingen gibt es schon länger, nur ist das für die Öffentlichkeit nicht deutlich geworden. Wir haben eine Kindersportschule aufgebaut, einen hauptamtlichen Jugendtrainer eingestellt. Wir haben für die Umstrukturierung relativ lange gebraucht, auch um das Geld aufzutreiben. Dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Diese Entwicklung ist auch durchaus mit meinem Namen verknüpft.

Das kostet Geld. Woher kommt’s?

WERTHER: Der Hauptsponsor und dessen Marketingabteilung hat diesen Prozess begleitet, hat ein klares Konzept vorgelegt, in dem Sportmarketing eine gewisse Rolle spielt. Es sind also zwei Punkte zusammengekommen: Einmal die Umstrukturierung beim SVO mit dem klaren Ziel, Basketball nach oben zu schieben, und gleichzeitig das Konzept der Marketingabteilung. Das hat den Schub ausgelöst und uns die Möglichkeit gegeben, ein durchgängiges Jugendkonzept, eben mit Kiss und dem Engagement an Schulen, auf die Beine zu stellen.

Wo soll denn der Weg des SVO und der Basketballer hinführen?

WERTHER: Am Ende soll es ein durchgängiges Konzept für eine Ballsportart geben, in dem Jugendliche dem Sport treu bleiben und nicht mit 12 oder 13 Jahren aufhören, weil sie erkennen, dass sie in einer Wettkampfsituation keine Chance haben.

Warum machen Sie das eigentlich?

WERTHER: Ich habe durchaus ein Sendungsbewusstsein. Ich will vor allem, dass Sportvereine überleben, dass Jugendliche weiterhin Sport treiben, egal in welcher Disziplin.

Kommen wir nochmal konkret zu den Basketballern. Stimmt es, dass Sie Spieler nach Oberelchingen locken mit der Chance, in Ihrem Unternehmen, also ScanPlus, eine Ausbildung zu machen?

WERTHER: Der Hauptsponsor ist tatsächlich an Jugendlichen überhaupt interessiert als zukünftige Auszubildende und Mitarbeiter. Mannschaftspieler sind immer Teamspieler. Da bin ich sehr direkt. Ich habe ein klares Interesse daran.

Und das lässt sich der Hauptsponsor einiges kosten. Wie hoch ist denn der Etat für die kommende Saison?

WERTHER: Mit dem Budget ist das nicht so einfach. Das direkte Budget bewegt sich bei 250.000 Euro. Das kommt aber nicht alleine vom Hauptsponsor, sondern vom Co-Sponsor und vier Trikotsponsoren. Der Liga-Durchschnitt soll bei rund 170.000 Euro liegen.

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