Basketball Abschied vom Längenfeld

Wohl in keinem Spiel war die Längenfeldhalle so gut besucht wie 2006 im Spiel zwischen dem Team Ehingen Urspring und ratiopharm Ulm. Damals hatte Ehingen mit 72:99 das Nachsehen gegen die Ulmer.
Wohl in keinem Spiel war die Längenfeldhalle so gut besucht wie 2006 im Spiel zwischen dem Team Ehingen Urspring und ratiopharm Ulm. Damals hatte Ehingen mit 72:99 das Nachsehen gegen die Ulmer. © Foto: Volkmar Könneke
Florian Ankner 25.03.2017

Nach über zwanzig Jahren, vielen gewonnen Meisterschaften und bitteren Niederlagen heißt es nun Abschied nehmen für das Team Ehingen Urspring. Abschied aus dem heimischen Wohnzimmer und von der Längenfeldhalle. Seit der Gründung des Vereins und als TSG Ehingen bereits davor, spielten die Steeples in der Sporthalle im Längenfeld. Nun, zur kommenden Saison, wechselt der Verein in die neue Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums ins Herz der Stadt. Nur noch einmal ertönen die „Höllenglocken“ – die Hells Bells von ACDC – zum Einlauf der Spieler.

Selten dürfte dabei ein Spiel so wichtig gewesen sein, wie das am morgigen Sonntag gegen die Kirchheim Knights. Denn für das Team Ehingen Urspring geht es um nicht weniger als den Klassenerhalt in der 2. Basketball-Bundesliga. Denn mit acht Siegen und Platz 14 liegen die Steeples nicht nur hinter ihren Erwartungen zurück, sondern sind auch punktgleich mit Essen, die nur durch den verlorenen direkten Vergleich auf einem Abstiegsplatz stehen. Zwar haben die Ehinger den Klassenerhalt noch in den eigenen Händen, doch um sich nicht doch noch von den Essenern abfangen zu lassen, brauchen die Steeples einen Sieg im Heimspiel gegen Kirchheim. „Ich denke, es wird einfacher sein, gegen Kirchheim einen Sieg zu holen, als zum Saisonabschluss in Hamburg“, schätzt Trainer Domenik Reinboth vor der Partie. Daher will er alles versuchen, damit seine Schützlinge am Sonntag als Sieger vom Platz gehen werden. Die ganze Woche wurde sich speziell auf den Gegner vorbereitet, auch wenn das Hauptaugenmerk auf etwas ganz anderem lag: die eigene Konstanz. „Das war in den vergangenen Wochen unser großes Problem.“ So sagt Reinboth, dass das Team immer wieder zehn bis 20 Minuten hatte, in dem es nicht richtig auf dem Platz war. „Unser Ziel ist es, diese Phasen auf eine bis zwei Minuten nach unten zu bringen“, so Reinboth. Ein weiterer Punkt, an dem vermehrt gearbeitet wurde, war die Wurfquote aus dem Feld. Lag diese in der vergangenen Partie bei teilweise sehr niedrigen 15 Prozent, soll sie wieder auf ein Normalmaß von rund 50 Prozent angehoben werden. „Von der Dreierquote will ich erst gar nicht reden“, sagt Reinboth. Denn das einstige Aushängeschild der Ehinger ist in den vergangenen Monaten nur noch ein Schatten seiner selbst geworden.

Doch sollten es die Steeples schaffen, ihre Probleme in den Griff zu bekommen, dann haben sie auch eine Chance gegen Kirchheim. Zwar verfügen die Knights mit Jonathan Williams (19,3 Punkte), Carrington Love (13) und Andreas Kronhardt (13) nicht nur über exzellente Einzelspieler, sondern harmonieren auch gut als Mannschaft. Der große Unsicherheitsfaktor ist aber auch bei den Kirchheimern ihre Konstanz. Zehn ihrer 19 Siege holten sie mit drei oder weniger Punkten Vorsprung und immer wieder strauchelten sie gegen Teams aus dem Tabellenkeller. Auch die Formkurve zeigt bei den Kirchheimern nach unten. Von den vergangenen sechs Partien konnten sie nur zwei gewinnen und mussten sich so um den Kampf an der Tabellenspitze verabschieden.

Sollte Essen, die bereits am Samstag spielen, verlieren, dann können die Steeples mit einem Sieg gegen Kirchheim sicher den Klassenerhalt schaffen. Dabei müssen sie allerdings auf Noah Aghas verzichten, der weiterhin mit einer langwierigen Rückenverletzung ausfällt. Aber auch hinter dem Einsatz von Daniel Berger steht derzeit ein Fragezeichen.

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