Basketball „Turnovers deutlich einschränken“

Ein Energiebündel im Kampf um den Ball. Ex-Merlin Yorman Polas (rechts) lebt im Bonner Team Kampfkraft und Leidenschaft vor.
Ein Energiebündel im Kampf um den Ball. Ex-Merlin Yorman Polas (rechts) lebt im Bonner Team Kampfkraft und Leidenschaft vor. © Foto: Juergen Schwarz
Crailsheim / Von Klaus Helmstetter 10.11.2018

Er ist 1,92 Meter groß und sein Spitzname spricht Bände: „el ciclón“, zu Deutsch: der Wirbelsturm. Yorman Polas Bartolo ist 33 Jahre alt, kubanisch-deutscher Basketballspieler – und für die Hakro Merlins und ihre Anhänger ein guter alter Bekannter. Seit Mai 2016 steht der Flügelspieler inzwischen bei den Telekom Baskets Bonn unter Vertrag.

In der Saison 2013/14 spielte Polas für die Crailsheimer in der Pro A, wurde seinerzeit zum besten Merlins-Spieler der Saison gekürt. Mitstreiter im damaligen Pro-A-Team unter den Coaches Willie Young und Darren Stackhouse: Stevie Johnson, Chris Tetzner, Carlos Medlock, Jonathan Moore, Kosta Karamatskos. Am Ende der Saison stand, zusammen mit der BG Göttingen der Aufstieg in die 1. Liga fest. Polas zog 2014 weiter nach Gießen.

Polas, ein Ex-Merlin

Im Mai 2016 vermeldete Gießens Bundesliga-Konkurrent Telekom Baskets Bonn Polas’ Verpflichtung. In der letzten Saison 2017/18 wurde er in einer Wahl der Cheftrainer und Mannschaftskapitäne als „Bester Verteidiger“ der 1.Bundesliga ausgezeichnet. Seine Spielweise in Stenogrammform: Lässt sich zuweilen auch durch gut gestellte Blöcke nicht abschütteln. Dank seiner Athletik und seines schnellen ersten Schrittes ein starker Eins-gegen-eins-Spieler, der gern in Korbnähe abschließt. Kreiert auch Würfe für seine Mitspieler. Engagierter Rebounder, vor allem am offensiven Brett. Einer, den Merlins-Coach Tuomas Iisalo bei seiner taktischen Einstellung auf den Gegner vom Sonntag sicherlich im Auge haben wird. In der Offensive sind zudem Ra’Shad James, Charles Jackson und Josh Mayo im Team von Coach Pedrag Krunic besonders zu beachten.

Zum Karnevals-Auftakt am 11.11. geben die Crailsheimer Korbjäger jetzt ihre Visitenkarte am Rhein ab. Und die Bonner zelebrieren den Karneval gerne und ausgiebig rund um ihre Heimspiele. Ein solches am Termin der Sessionseröffnung dürfte allemal für eine besondere Atmosphäre sorgen.

„In der Trainingswoche hat unser Coach die Intensität weiter nach oben geschraubt“, berichtet Ingo Enskat, sportlicher Leiter der Merlins. „In Bonn erwartet uns eine Kombination aus Athletik und Physis. Wir müssen uns auf einen Gegner einstellen, der stark unter dem Korb agiert. Die Bonner“, unterstreicht Enskat weiter, „haben sich über Jahre hinweg relativ konstant im selben Bereich der Tabelle eingefunden, sind dann aber gegen einen schweren Gegner in der ersten Play-off-Runde rausgeflogen. Bislang, in dieser noch jungen Saisonphase, haben sie, wie viele andere Mannschaften auch, Ausschläge in den positiven wie auch negativen Bereich zu verzeichnen.“ Mit anderen Worten: Nach einem makellosen Start mit drei Siegen folgten drei Niederlagen.

Ballverluste vermeiden

„Natürlich dürfen wir uns nicht so viele Ballverluste wie gegen Vechta erlauben und müssen versuchen, Kontrolle über das Spiel zu bekommen. Sicherlich fehlt auswärts der tolle Support, den wir in der Arena Hohenlohe haben. Aber es kann einen als Spieler auch pushen, wenn quasi die gesamte Halle gegen einen ist. Wichtig ist natürlich das Selbstvertrauen und dass wir unsere eigenen Stärken umsetzen können und alle an einem Strang ziehen“, blickt der sportliche Leiter auf Sonntag voraus. Leicht gesagt, aber wie kann man derlei Vorhaben auch in die Tat umsetzen, denn bislang gab es für die Merlins auswärts noch keine wirklich enge Partie in dieser Spielzeit? Hohe Intensität von Beginn an, Tempo, Energie und gut abgestimmtes Teamplay – das könnten Tugenden sein, die die Merlins in die Waagschale werfen müssen, um vielleicht eine Überraschung zu landen.

Wer von den sieben ausländischen Spielern im Kader der Merlins aussetzen muss, steht noch nicht fest. „Gut vorstellbar, dass der Coach weiter rotieren lässt. Das hängt von den Trainingseindrücken während der Woche und von der taktischen Ausrichtung auf den Gegner ab.“

International gespielt

Die Telekom Baskets aus Bonn waren am Dienstag im internationalen Einsatz. Am fünften Spieltag von Gruppe B der sogenannten Champions League unterlagen sie gegen Umana Reyer Venedig mit 84:94 Punkten. Dabei zog sich Bojan Subotic eine schwere Schulterverletzung zu, musste ins Krankenhaus und wird voraussichtlich vier Wochen fehlen. „Dafür ist Martin Breunig bei uns wieder an Bord“, berichtet Jörg Bähren, Pressemann der Telekom Baskets. „Der Crailsheimer Auftritt gegen Vechta hat, auch wenn die Partie letztlich verloren ging, gezeigt, dass die Mannschaft ein Kämpferherz hat. Im Kader sehe ich definitiv Qualität und Entwicklungspotenzial. Zudem ist der Mix ganz interessant. Ich denke, es wird eine Frage der Zeit sein, bis sie in ihren Spielrhythmus kommen und der Knoten platzt. Für uns ist es immer schwer, gegen einen Gegner zu spielen, wo es quasi jederzeit Klick machen kann.“ Losfahren werden die Merlins schon am heutigen Samstag. Die Partie wird morgen, 15 Uhr, angepfiffen.

Info Telekom Baskets Bonn – Hakro Merlins Crailsheim, Sonntag, 15 Uhr

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