Momentan eilen die Ulmer Bundesliga-Basketballer ob national oder international von Höhepunkt zu Höhepunkt. Aber die Partie am Sonntag in der Ratiopharm-Arena (19.05 Liveticker auf swp.de) ist dann doch noch ein etwas größerer Höhepunkt. Der deutsche Vizemeister und aktuelle Tabellenzweite empfängt den Tabellendritten FC Bayern München, den Emporkömmling der letzten Jahre. Vor drei Wochen standen sich die beiden Mannschaften zuletzt gegenüber.

Die Hinrundenpartie gewannen die Bayern nach einem packenden und sehr spannenden Spiel knapp mit 80:78. In den letzten 80 Sekunden im Audi-Dome leisteten sich die Ratiopharm-Korbjäger durch Esterkamp, Jeter und Ray quasi drei Ballverluste. Vor allem ein Offensivfoul von Jeter an Steffen Hamann sorgte danach für viele Diskussionen. Dass die Ulmer aktuell vor den punktgleichen Münchnern stehen, haben sie einem "Dreiervergleich" zu verdanken, in den die ebenfalls punktgleichen Oldenburger hinzugezogen wurden.

Die Mannschaft von Trainer Leibenath hatte an der Isar vieles richtig gemacht und vor allem wirkungsvoll die Bremse gegen das schnelle Bayern-Spiel gedrückt. Der Teil des Plans, der sich mit der Ulmer Offensive beschäftigte, ging jedoch nicht auf. Die Distanzschützen trafen nicht gut genug.

Nun also der zweite Versuch, die Mannschaft von Svetislav Pesic zu knacken. Dabei wird es nicht alleine die Physis entscheiden. In der Disziplin agieren beide Teams auf Augenhöhe. Es wird vor allem auf die richtige Taktik und deren Umsetzung ankommen. Der Ulmer Coach musste zugeben, "dass die Bayern im ersten Spiel sehr gut auf uns vorbereitet waren. Pesic wusste fast immer, was wir machen wollten. Wir müssen Überraschungen einbauen", sagte Leibenath und ergänzte: "Das ist wie Schach."

Was den Ulmern in München nicht gelungen war, war die Kontrolle vor allem des eigenen Korbes. Ratiopharm-Center John Bryant sei körperlich nicht bei einhundert Prozent gewesen, das habe den Münchnern viele Gelegenheiten zu offensiven Rebounds gegeben und damit zu zweiten Wurfchancen, analysierte Leibenath. Womit die Bayern-Offensive die Ulmer Verteidigung auch immer wieder geärgert hat, waren die so genannten Skip-Pässe. Die Bayern haben im Angriff mit Pässen über die Zone schnell die Seite gewechselt. Das hatte oft zur Folge, dass der Angreifer auf der zunächst ballabgewandten Seite nicht genug gestört werden konnte beim Distanzwurf. "Da müssen wir uns etwas einfallen lassen", machte Leibenath klar, der vor allem den Guards nochmals ans Herz legte: die Zone attackieren, 40 Minuten lang. Und wenn es sein muss, auch noch länger. Leibenath fordert alles für diese Partie - von allen Spielern.