Basketball „Bin und bleibe optimistisch“

Ben Madgen steigt hoch und nimmt den Korb ins Visier. Bislang ist er Topscorer in den Reihen des Erstliga-Aufsteigers aus Crailsheim. Mit einem Punkteschnitt von 16,7 rangiert er in der Ligastatistik auf dem sechsten Platz.
Ben Madgen steigt hoch und nimmt den Korb ins Visier. Bislang ist er Topscorer in den Reihen des Erstliga-Aufsteigers aus Crailsheim. Mit einem Punkteschnitt von 16,7 rangiert er in der Ligastatistik auf dem sechsten Platz. © Foto: Steffen Förster
Crailsheim / hel 08.12.2018

Ein Waliser und ein Isländer haben in der Vergangenheit bereits das Trikot der Crailsheimer Basketballer getragen. Diejenigen, die den Werdegang der Merlins schon länger verfolgen, werden sich möglicherweise noch an die Namen Phil Jones (spielte zu Regionalligazeiten im legendären „Stall“) und Johann Olafsson (Saison 2008/09 in der Pro B) erinnern. Ben Madgen läutet nun, wenn man so will, eine neue Epoche ein. Er ist der erste Australier, der seine Körbe für die Hakro Merlins wirft. Und er geht voran als Führungsspieler, und bekennt sich auch zu dieser Rolle. „Aufgrund meiner Erfahrung. Ganz klar.“ Nicht umsonst trägt er die Nummer 1 auf seinem Trikot. „Das rührt noch von meiner Collegezeit her. Damals war das Trikot mit der Nummer 1 frei, und es ist für mich sportlich sehr gut gelaufen. Später habe ich die Nummer dann beibehalten.“

Ben Madgen („der Nachname spricht sich aus, wie der Song Imagine von John Lennon, nur ohne das i“) reist sehr gerne. Seit 2015 spielt er in Europa (Belgien und Litauen) und nutzt die Zeit nach der Saison mit seiner Familie dazu, Land und Leute kennenzulernen. „Wir haben schon sehr viel gesehen. Hier gibt es mehr Berge als bei mir zu Hause, die Architektur unterscheidet sich. Die Länder haben ihren ganz individuellen Charme, wenn ich an Spanien oder Italien denke.“ Mit seiner Frau Bria und seinem zweijährigen Sohn, der in Litauen geboren wurde, erwartet die Familie in diesen Tagen Zuwachs. „Zwischen Weihnachten und Neujahr“ soll der neue Erdenbürger das Licht der Welt erblicken, und Ben Madgen ist schon voller Vorfreude.

Vielseitig interessiert

Ben Madgen hat zahlreiche Interessen, hält sich gern draußen in der Natur auf, spielt Schlagzeug, wollte früher einmal Rockstar werden. Sein Musikgeschmack: breit gefächert. Die „Kings of Leon“ mag er, Heavy Metal ebenso wie die Beatles.

In seiner neuen Wahlheimat Crailsheim fühlt sich Ben Madgen sehr wohl, doch bei den Merlins läuft es sportlich eher durchwachsen. Ein Sieg steht zu Buche. In den meisten Spielen konnten sie gut mithalten, belohnten sich am Ende aber nicht für den Aufwand im Vorfeld. Die Ergebnisse passen nicht. „Wir haben Rückstände aufgeholt, zum Teil den Lauf der Gegner gestoppt, sind in der entscheidenden Phase aber nicht konsequent genug vorgegangen oder haben die falschen Entscheidungen getroffen.“

Guter Schütze

Ben Madgen gehört zu den besten Werfern der Liga. Auf Platz 6 taucht er in dem entsprechenden Ranking auf. Sein aktueller Wert: 16,7 Punkte im Schnitt. „Früher, als ich noch jünger war, habe ich öfter auf meine persönliche Punkteausbeute geschaut. Jetzt ist es mir viel wichtiger, als Team ein Spiel zu gewinnen und zehn Punkte zu machen, als selber 20 zu erzielen, und am Ende das Match zu verlieren.

Starke deutsche Mannschaften wie Bayern München, Alba Berlin oder Ulm hat Madgen während seiner Zeit in Litauen als Gegner auf europäischer Ebene schon kennengelernt. Vom deutschen Basketball hat er einen „guten Eindruck. Es wird individueller und schneller gespielt. In Litauen ist der Basketball sehr strukturiert.“

An Trainer Tuomas Iisalo, der nur drei Jahre älter ist als er (33), schätzt er die offene Art und den konstruktiven Austausch. Er liest viel und bereitet sich sehr gut vor. „Wir können beide voneinander profitieren.“ „Sehr optimistisch“ ist Madgen, dass es noch klappen könnte mit dem Klassenerhalt für die Hakro Merlins. „Wir sind noch sehr früh in der Saison. Allerdings brauchen wir einen kleinen Run, müssen die engen Spiele gewinnen, dann erreichen wir unser Ziel auch. Es steht uns noch ein weiter Weg bevor, aber ich werde mich natürlich einbringen so gut ich kann. Ich bin immer Optimist. Unsere Fans unterstützen uns super, und wir wollen ihnen natürlich was zurückzahlen!“

Und bezogen auf den heutigen Gegner, die Brose Baskets aus Bamberg: „Ich schaue nicht darauf, was ein Team irgendwann erreicht hat, sondern darauf, wie wir es stoppen und unsererseits effektiv angreifen können.“

„Bis 100 kann ich zählen und mein Essen bestellen“, schmunzelt der Distanzschütze, wenn er über seine Deutschkenntnisse redet. „Deutsch ist leichter zu lernen als etwa Russisch, aber ich brauche noch etwas Zeit dafür.“

Gerne etwas weitergeben

Über die Zukunft, die Zeit nach seiner Karriere als Profibasketballer, macht sich Ben Madgen natürlich auch Gedanken. Vorweisen kann er einen „Master of Business Administration“, würde sehr gerne Erfahrungen, die er in seiner aktiven Laufbahn gemacht hat, auch weitergeben.

„Ben Madgen ist Profi durch und durch. Mit seiner Arbeitseinstellung geht er vorneweg, hat die nötige Gewinnermentalität. Ein Vorzeigeprofi, kann man sagen“, betont Ingo Enskat.

Hier gibt es Merlins-Tickets

Karten für die Heimspiele der Crailsheim Merlins in der Arena Hohenlohe in Ilshofen gibt es online unter crailsheim-merlins.de/tickets sowie an folgenden Vorverkaufsstellen: TC Buckenmaier/Der Stall und Hohenloher Tagblatt (beide in Crailsheim) sowie Haller Tagblatt (Schwäbisch Hall) und Rundschau (Gaildorf).

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