Ulm 81:79 - Ratiopharm Ulm gewinnt knapp gegen Braunschweig

Ulm / SEBASTIAN SCHMID 12.04.2014
Spannend bis zur letzten Sekunde war die Partie der Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig. Mit 81:79 konnten die Ulmer das Spiel für sich entscheiden. Einem Routinier bei den Phantoms versagten am Ende die Nerven.

Zu sagen, dass die Ulmer Bundesliga-Basketball gestern noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen sind, ist untertrieben. Es waren schon zwei blaue Augen, die sich das Ratiopharm-Team beim 81:79-Sieg gegen die Phantoms Braunschweig abholte. 2,2 Sekunden waren noch zu spielen, als Philipp Schwethelm beim Stand von 80:79 für Ulm Imannuel McElroy foulte und den 34-Jährigen an die Freiwurflinie schickte. In seinen 267 Bundesligaspielen für Köln, Berlin und Braunschweig hat McElroy schon viele Schlachten geschlagen. Ausgerechnet der zweimalige deutsche Meister und dreimalige Pokalsieger hatte vor 6000 Zuschauern in der Ratiopharm-Arena nun den Sieg in der Hand. Doch dem Routinier versagten die Nerven und er verwarf beide Freiwürfe. Sieg oder zumindest Verlängerung waren futsch. 0,6 Sekunden vor dem Ende traf Will Clyburn von der Freiwurflinie noch zum 81:79, den zweiten setzte er mit Absicht daneben, damit die Zeit vollends abläuft. Es war das mehr als glückliche Ende für die Ulmer.

Ohne den am Knie verletzten Daniel Theis starteten die Hausherren sehr verhalten in die Partie. Von dem Engagement, mit dem in den vergangenen Wochen gegen Bayern München, Alba Berlin und Bamberg gespielt wurde, war nichts zu sehen. Fatalerweise blieb das über die meiste Spielzeit so. Ein Umstand, der Trainer Thorsten Leibenath natürlich bitter aufstieß. Der 39-Jährige vermisste bei seinem Team den nötigen Respekt vor dem Gegner. Leibenath vermutete, dass das daran lag, dass bei den Phantoms mit James Florence der etatmäßig erste Aufbauspieler und einer von drei Leistungsträgern fehlte.

Allerdings machte Ersatzmann Achmadschah Zazai seine Sache ordentlich. Der 1,75 Meter kleine Wirbelwind erzielte auch die ersten Punkte der Partie. Vom Sprungball an weg waren die Phantoms, für die es in der Liga um nichts mehr geht, am Drücker. Erst zu Beginn des zweiten Viertels ging Ulm mit 26:25 erstmals in Führung.

In der Folge wurde offensichtlich, dass beide Teams ihren Fokus gestern nicht unbedingt auf die Defensive gelegt hatten. Immer wieder kamen die Akteure auf beiden Seiten zu einfachen Punkten, die Führung wechselte ständig hin und her. 8,3 Sekunden vor der Pause hatten der Pokalfinalist beim 35:39 noch einmal Einwurf. Zeit genug für Per Günther. Der Nationalspieler spielte Trent Plaisted frei, der zum 37:39-Halbzeitstand traf. Nach der Pause beorderten Leibenath und sein Gegenüber Raoul Korner ihre Anfangsformationen aufs Feld. Mit sieben Punkten in Serie sorgte Isaiah Swann dann dafür, dass die Niedersachsen auf 46:37 davonzogen. Damit war Leibenaths Hoffnung dahin, den 29-Jährigen an seiner alten Wirkungsstätte unter 15 Punkten zu halten. Schon nach 22 gespielten Minuten hatte Swann 18 Zähler auf dem Konto – am Ende waren es 25 – und war auf einem guten Weg, seinem Ex-Klub eine weitere Niederlage zuzufügen.

Doch innerhalb von 19 Sekunden nahm sich der Heißsporn dann selbst aus dem Spiel. Einem Offensivfoul an Matt Howard ließ Swann ein Technisches Foul folgen, da er nicht mit einem Pfiff der Schiedsrichter einverstanden war. Damit hatte er vier Fouls beisammen und Korner nahm ihn vom Feld. Ulm nutzte die Situation zu sechs schnellen Punkten und war beim 52:54 zurück im Spiel.

Mit 63:63 ging es dann ins letzte Viertel, in dem die Hausherren den Start verschliefen. Dreieinhalb Minuten blieben sie ohne Treffer, Braunschweig zog davon und sah knapp zwei Minuten vor dem Ende wie der sichere Sieger aus (73:79). Doch zwei haarsträubende Fehler der Phantoms ermöglichten Ulm die 80:79-Führung durch zwei Freiwürfe von Cameron Long, der es besser machte als Sekunden später McElroy.