Splitter

SEY 26.06.2015

Nur einer der sechs Tischtennis-Stars, die in der Schenkenseehalle aufschlugen, spielt nicht mehr aktiv: Jan-Ove Waldner (49). Selbst Jörgen Persson (ebenfalls 49) steht noch in seiner Heimat Schweden bei Halmstad BTK an der Platte. Im Duell gegen Boll spürte man, dass der Deutsche noch auf internationaler Ebene aktiv ist, während Persson zuletzt 2000 einen größeren Titel gewonnen hat. Aber das hat auch Vorteile beim Genuss: Persson gönnte sich zum Abendessen ein Glas Rotwein, Boll blieb antialkoholisch.

Alles eine Frage der Vermarktung: Im Eingangsbereich der Schenkenseehalle gab es Fanpakete zu kaufen. Was in früheren Zeiten aus einem Päckchen Autogrammkarten bestand, ist heutzutage viel umfangreichen: Karten, Poster, ein Holzschläger und der dazu passende Filzstift. Daniel Kircher (7) aus Hall hielt stolz das Fanpaket in seiner Hand: "Ich habe mehr bekommen als erhofft, manche Sachen sind sogar doppelt." Auch Daniel Brenner (12) aus Schrozberg strahlte: "Wirklich eine tolle Show."

Der TTC Kottspiel kam mit 20 Vereinsmitgliedern in die Schenkenseehalle. Ulrike Schmid (45) und Heidrun Gsell (42) waren bereits im Jahr 2011 beim FM-Munzer-Cup dabei, damals in Ilshofen. Auf dem grün-schwarzen Vereins-T-Shirt durften sich die Tischtennis-Profis erneut verewigen. "Ich hoffe, dass er heilende Kräfte hat", sagte Schmid, nachdem sie mit Persson auf der Couch des Sponsors gesessen war. "Meine Schulter ist lädiert, natürlich vom Tischtennisspielen." Gsell ergänzte: "Timo Boll schirmt sich nicht ab, das ist klasse."

Tobias Sinn erlebt seine persönliche Sternstunde. Als Persson im Finale eine kurze Pause benötigte, forderte Boll den Schiedsrichter zum Mitspielen auf. "Die Bälle kamen viel zu schnell", erzählte der Ilsfelder später beim Abendessen mit den Stars. "Ich hatte überhaupt keine Zeit zum Reagieren." Sinn spielt sonst in der A-Klasse - und freute sich, obwohl er bei den Ballwechseln nicht immer glücklich aussah: "Ohne Druck gegen Timo Boll zu spielen, das hat man nicht so oft."