Basketball Spaziergang bei Heimpremiere - Cevriz mit 31 Punkten

Noch acht Sekunden, dann muss dieser TSG-Angriff abgeschlossen sein: Halls Dalibor Cevriz (blau) führt den Ball.
Noch acht Sekunden, dann muss dieser TSG-Angriff abgeschlossen sein: Halls Dalibor Cevriz (blau) führt den Ball. © Foto: Guido Seyerle
GUIDO SEYERLE 07.10.2014
Gut für Hall, schlecht für Marbach: Der Titelanwärter spielt mit dem Aufsteiger am Samstag Katz und Maus. Bereits nach dem ersten Viertel ist die Partie entschieden. Michael Diemer feiert seine Rückkehr.

Es gibt Partien, die extrem schnell entschieden sind. Das erkennt man nicht nur an der Anzeigentafel, sondern auch an der Körperhaltung der unterlegenen Mannschaft. Die Marbacher lassen bereits zum Ende des ersten Viertels die Schultern hängen. Bei misslungenen Aktionen feuern sie sich nicht mehr gegenseitig an.

Dagegen macht TSG-Trainer Sova Taletovic seinem Team in einer Auszeit weiter richtig Feuer. "Das ist doch klar, da muss man dranbleiben", wird er später sagen. Sein Team führt in diesem Moment 19:4. Nicht einmal der Marbacher Trainer scheint an eine Wende zu glauben. Während Taletovic mit der Taktiktafel in der Hand präzise Anweisungen gibt, sitzt der Gästecoach regungslos auf der Bank. Seine Spieler nutzen die kurze Pause zu einem Schluck aus der Wasserflasche.

Zum Viertelende steht es 27:11, zur Halbzeit 47:25. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt haben alle TSG-Akteure Einsatzzeit bekommen. Auffällig ist: Marko Lovric, Backup für den etatmäßigen Spielmacher Andrej Macek, macht seine Sache sehr gut und verteilt die Bälle äußerst variabel. Zusätzlich zieht er immer wieder energisch selbst zum Korb. Nur noch ein Haller ist in Sachen Durchsetzungsfähigkeit besser: Dalibor Cevriz, inzwischen mit dunklem Rauschebart, setzt sich oft toll in Szene und kommt zum Schluss auf stolze 31 Punkte. Kein Wunder, dass zum Ende der vergangenen Saison die halbe Liga hinter ihm her war. Er blieb in Hall. Was auch mit der Arbeitsplatzsituation - Cevriz ist bei einem Stuckateur angestellt - zu tun hat.

Ralph Idler liefert eine gewohnt solide Partie ab. Wobei er ebenfalls Erholungszeiten auf der Bank bekommt. Einen seiner Backups kennen viele Basketballfans: Michael Diemer (30) spielte bis 2011 für die TSG. Dann legte er eine kleine Pause ein. Inzwischen sind seine drei Kinder groß genug, damit der Sportbeamte wieder regelmäßig trainieren kann. "Wenn nicht jetzt, wann dann", antwortet er auf die Frage, warum er zu den Flyers zurückgekehrt ist. "Für Hall ist in diesem Jahr wirklich etwas drin", ergänzt Jurica Puljic, Ex-Trainer der Flyers und einer der 130 Zuschauer.

TSG Hall: Radovan Cavlin (10 Punkte, 3 Dreier), Dalibor Cevriz (31,1), Bojan Dakovic (6), Ralph Idler (10,1), Jozef La Rosa (7), Svante Linz, Marko Lovric (12,2), Andrej Macek (8,2), Ivica Markovic (3), Trim Salihu, Michael Diemer (8)