Über 20 Jahre hatte der Chirurg am Universitätsklinikum Ulm gearbeitet. Die Erfahrung zeigte ihm, wie wichtig es ist, den Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen. Heute arbeitet er gemeinsam mit Dr. Uta Waidner, einer ehemaligen Assistenzarztkollegin in der Praxisklinik, zentral gelegen in der Ulmer Magirusstraße.

Die genetische Veranlagung entscheidet

Am Anfang steht die ausführliche Untersuchung. So beispielsweise beim Krampfaderleiden, das mittlerweile als Volkskrankheit in Deutschland bekannt ist. „Circa 70 Prozent der Bevölkerung leiden unter Krampfadern“, erklärt der Experte. Ein Großteil der Erkrankungen sind dabei genetisch vorbedingt. Krampfadern entstehen, wenn die oberflächlichen Blutgefäße, die Venen, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren, sich erweitern. Venenklappen sorgen dafür, dass die Venen das Blut auch im Stehen zum Herz zurücktransportieren können. Vergleichbar mit kleinen Ventilen lassen sie lediglich den Blutstrom Richtung Herz zu, verhindern jedoch das Absacken des Blutes nach unten. In einer erweiterten Vene schließen diese Klappen nicht mehr dicht und ein Teil des Blutes fließt wieder zurück. „Betroffene leiden dann unter schweren, geschwollenen Beinen mit Spannungen und Schmerzen und im fortgeschrittenen Stadium auch unter Venenentzündungen und Unterschenkelgeschwüren.“ Kein Grund zu verzagen. „Unter sonograpischer Kontrolle, hochspezialisiert und zertifiziert, wird der Patient ausführlich untersucht“, erklärt der Klinikleiter. Bei Krampfadern gibt es verschiedene minimal-invasive Verfahren. Hier bietet sich vor allem die ambulante und besonders schonende „ClosureFast“- Therapie an. In der sogenannten Radiofrequenzablation wird die Hauptvene verödet. „Ein minimal-invasiver Eingriff, bei der die Vene zunächst punktiert wird. Unter Ultraschall-Kontrolle wird der Verlauf der Punktion kontrolliert und mit einem winzigen Katheter mit Hochfrequenzenergie die Vene anschließend auf 120 Grad erhitzt. Bei der Abgabe von Wärmeenergie schrumpft die Venenwand und die Vene wird dicht verschlossen. Das Blut findet nach dem Verschluss der kranken Vene den Weg in andere gesunde Venen. Ein sehr elegantes Verfahren“, hebt der Experte hervor. „Innerhalb weniger Tage nehmen Betroffene in der Regel wieder ihre Tätigkeiten auf.“
In einigen Fällen führt ein fortgeschrittenes Krampfaderleiden zu einem offenen Bein. Dr. Cammerer, der Ärztlicher Direktor des angeschlossenen Wundzentrums Ulm ist, spricht hier von venösen Rückflussstörungen, die im fortgeschrittenen Stadium nicht nur Krampfadern, sondern von der Schwellung und Hautverfärbung über Veränderungen der Hauttextur bis hin zum offenen Bein führen können.

Das Wundzentrum als verbindendes Instrument

„Bevor wir mit der Behandlung mittels ClosureFast-Verfahren beginnen, kann durch eine Unterdrucktherapie die Heilung der Wunde herbeigeführt werden. Der Wundverband wird mit einer Pumpe verbunden, die unter Unterdruck Wundflüssigkeit und darin enthaltene Bakterien aus der Wunde saugt. Mit diesem modernen Verfahren können Patienten schonend behandelt werden, bevor weitere minimal-invasive Behandlungen vorgenommen werden. In jedem Fall ist es wichtig, einen Experten zur Diagnose zurate zu ziehen.“

Zur Person

Dr. med. Gregor Cammerer ist Facharzt für Chirurgie, (spezielle) Viszeralchirurgie, Proktologie, Medikamentöse Tumortherapie und zertifizierter „ClosureFast“-Experte

Kontakt

Praxisklinik Ulm
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89077 Ulm

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