Hauptberuflich ist Marc Daniel Röderer Internist an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU und arbeitet stundenweise als Facharzt für Innere Medizin und Notfallmedizin beim Areion Zentrum in Neu-Ulm - ein Experte für alle kardiologischen Fragestellungen.

Herzensprojekt Notfallmedizin

„Ich bin Pragmatiker und auf der Straße unterwegs. Mein Herzensprojekt ist die Notfallmedizin. Wenn die Rettungskette nicht funktioniert, sind die Kollegen in den Herzkatheterlaboren arbeitslos. Wenn das Herz keinen Sauerstoff bekommt, kippen Betroffene bereits nach dreißig Sekunden um. Fünf Minuten ohne medizinische Erstversorgung sind bereits zu lang." Geht ein Notruf ein, geht es sofort zum Patienten. Von der Rettungswache aus sind nahezu alle Ortschaften in maximal zwölf Minuten zu erreichen. Doch gilt es das Herz und das Gehirn zu retten, sind zwölf Minuten eine lange Zeit. Der Kardiologe verrät, was ihm am Herzen liegt: „Medizinische Erstversorgung!“
Die Bereitschaft, Erste Hilfe zu leisten, ist während der Corona-Pandemie weiter gesunken. „Die meisten Menschen möchten gerne helfen, fühlen sich allerdings oftmals überfordert.“ Dabei könnte es so einfach sein. „Jede Hilfe ist besser als gar keine Hilfe!“ Röderer verweist auf die „oben-ohne-Reanimation“, bei der hundertmal pro Minute mit beiden Händen der Brustkorb runtergedrückt wird. Diese Druckfrequenz alleine reicht aus, dass das Gehirn wieder mit Sauerstoff versorgt wird.
„Staying Alive“, der Kulthit der Bee Gees aus den Achtzigern hat genau 100 Beats pro Minute. Der Notfallmediziner verweist auf ein YouTube Video von Vinnie Jones. Im Video erklärt Jones, wie ein Mensch am Leben gehalten wird, indem die Reanimation der Musik folgt – Staying Alive. Am Leben bleiben.

Vorsorge statt Nachsorge

Ab 50 sollte man mindestens einmal pro Jahr den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel sowie den Blutdruck messen lassen. Oftmals bleibe ein hoher Blutdruck lang unentdeckt. Bis sich dieser bemerkbar macht, können Jahre ins Land gehen. Zeigen sich dann Anzeichen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schwindel, ist es oftmals schon zu spät und der hohe Blutdruck kann bereits immens Schaden in Form von Herz-Kreislauf-Erkrankungen angerichtet haben. Bei Beschwerden, die man so noch nicht kannte, lohnt sich eine kardiologische Herz-Ultraschall-Untersuchung. „Hier können wir erkennen, wie das Herz unter Belastung arbeitet.“
Bei der Herzenge, der sogenannten Angina Pectoris, sind ein oder mehrere Herzkranzgefäße verengt und der von diesen Blutgefäßen versorgte Teil des Herzmuskels wird nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. „Reicht das Sauerstoffangebot nicht mehr, bekommen viele Betroffene Wirbelsäulenschmerzen. Bei Frauen äußert sich das manches Mal in Oberbauchschmerzen oder der Druck wandert gar zwischen die Schulterblätter.“ Ein verkanntes Signal.
Solange man keine Brustschmerzen hat und nicht mehr atmen muss, als nötig, die Beine nicht geschwollen sind und sich mehrere Stockwerke meistern lassen, ohne stehen bleiben zu müssen, spricht vieles für ein gesundes Herz.

Jeder kann helfen

Dennoch sind die Risikofaktoren, teils vererbt, teils eigenhändig aufgebaut durch Rauchen, schlechte Ernährung, Übergewicht und auch Depressionen, vielzählig. Eine Visite bei Kardiologe Röderer und eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse kann Leben retten. Nicht nur das eigene, sondern vielleicht auch das einer anderen Person.
Notfallmediziner Dr. Marc Daniel Röderer hatte bisher 4900 Einsätze. An einen wird er sich noch lange erinnern: Ein Patient mit Atemstillstand und Herzinfarkt verlor das Bewusstsein und kippte vor dem Haus eines Feuerwehrmannes um. „Es dauerte gerade einmal 85 Sekunden, bis der Patient wiederbelebt wurde. Nach sieben Tagen in der Klinik freute sich der Gerettete bereits darüber, nach Hause gehen zu können. „Vielleicht eine schicksalhafte Fügung.“ Ob Zufall oder nicht, das ist ungewiss. Was mit Sicherheit zählt: Erste Hilfe kann Leben retten. Und jeder kann helfen. Das ist gewiss.

Zur Person

Dr. med. Marc Daniel Röderer ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Notfallmediziner.
Im AREION Kompetenzzentrum wird die komplette nicht-invasive Diagnostik mittels Sonographie, EKG/Ergometrie, LZ-Untersuchungen sowie Stress-Echokardiographie angeboten. Patienten profitieren von einem umfangreichen Leistungsangebot auf hohem Niveau. Vom ersten Beratungsgespräch bis zum Abschluss der Behandlung werden Patienten durchgängig von einem spezialisierten Kardiologen mit langjähriger Erfahrung individuell betreut und  informiert.

Kontakt

AREION – Kompetenzzentrum für Medizin und Ästhetik
Reuttier Straße 27
89231 Neu-Ulm
E-Mail: empfang@areion-med.de
Tel.: 0731 85079770
www.areion-med.de

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Mal pro Minute wird bei der „oben ohne-Reanimation“ mit beiden Händen auf den Brustkorb gedrückt. Das entspricht dem Beat des Hits „Staying alive“ von den Bee Gees.