Am Anfang dauert so ein „Gewitter“ noch wenige Minuten oder Stunden, doch dann werden die Phasen immer häufiger und dauern länger an. Patient*innen spüren in solchen Situationen ein Herzrasen, Herzstolpern, oder haben einen Druck auf der Brust und fühlen sich unwohl. Oder aber sie spüren nichts – das Vorhofflimmern beruhigt sich wie von selbst. Allerdings kann Vorhofflimmern selbst wiederum zu einer Herzschwäche und Herzinsuffizienz, mit und ohne begleitenden Klappenerkrankungen führen. Die Ärzte sprechen von einer möglichen „Progression der Erkrankung“ und empfehlen grundsätzlich eine Behandlung des Vorhofflimmerns. 
Gefürchtet ist jedoch vor allem eine Folgeerkrankung, die zunächst mit dem Herzen nichts zu tun hat: der Schlaganfall. Eine unnötige Situation, weil sich das Risiko für den Schlaganfall mit blutverdünnenden Tabletten senken ließe. Doch oft bleibt das Vorhofflimmern unbemerkt. Langzeit-EKGs messen oft nur für 24 Stunden – die übrigen 364 Tage bleibt der Rhythmus im Dunkeln verborgen. Mit steigendem Alter steigt das Risiko für Vorhofflimmern: In der 5. Dekade liegt das Risiko bei 1- 2 Prozent und steigt mit dem Alter stetig an. Etwa jeder zehnte 70-Jährige hat wahrscheinlich Vorhofflimmern – und viele wissen es nicht einmal. Mit einer Smartwatch können Rhythmusstörungen ganz leicht mit einem Knopfdruck selbst aufgezeichnet werden. 30 Sekunden genügen und eine einfache Ableitung ist geschrieben. Oft sagt das Gerät bereits selbst „Dieses EKG deutet auf Vorhofflimmern hin“. Mit einer guten Aussagekraft – in Studien lag die Übereinstimmung mit der anschließenden ärztlichen Diagnose über 85 Prozent.
Vor allem dann, wenn Unwohlsein, Herzrasen oder Herzstolpern vorliegen – man spricht dann von einem „Anfalls-EKG“. Die weitere Diagnostik und Behandlung kann sodann zügig und fokussiert bei den Herzspezialisten erfolgen. Ob eine Herzrhythmusstörung wirklich vorliegt, welche Herzrhythmusstörung und wie diese zu behandeln ist, entscheiden die Spezialisten je nach Situation im Sinne der Patientinnen und Patienten. "Die Wearables werden uns in der Medizin der Zukunft auf jeden Fall beschäftigen. Schon jetzt gibt es vielversprechende Untersuchungen mit künstlicher Intelligenz und den mit einer Apple Watch aufgezeichneten EKGs. Es gibt gute Gründe, lieber heute damit anzufangen als morgen – um dem eigenen Herzrhythmus auf die Schliche zu kommen."
Die Abteilung Innere Medizin und Kardiologie im Alb-Donau Klinikum Ehingen betreibt seit diesem Jahr zwei Herzkatheterlabore und eine Sektion für Elektrophysiologie. Damit können Patientinnen und Patienten mit Herzrhythmusstörungen nun auch in Ehingen wohnortnah behandelt werden. Das zweite Herzkatheterlabor verfügt außerdem über eine Schleuse, so dass die komplette Device-Chirurgie unter OP Bedingungen ebenfalls im Katheter Labor durchgeführt werden kann.

Alb-Donau Klinikum Ehingen

PD Dr. med. Sinisa Markovic, Chefarzt

Zur Person

PD Dr. Sinisa Markovic ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie mit den Zusatzbezeichnungen Notfall­medizin, Intensivmedizin und Interventionelle Kardiologie.

Kontakt

Alb-Donau Klinikum Ehingen
Spitalstraße 29, 89584 Ehingen

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Tel.: 07391 586-5347, www.adk-gmbh.de