Die Bossard Deutschland GmbH mit Stammsitz in Illerrieden und zwei weiteren Standorten in Deutschland gehört auch dank der internationalen Bossard Gruppe als „Mutter“ zu den führenden Spezialisten in der Verbindungs-, Befestigungs- und Montagetechnik. In der Region daheim, mit Kunden aus aller Welt: Bossard will mit dem neuen Geschäftsführer Dr. Daniel Philippe Stier nicht nur bundesweit seine Märkte forcieren und weitere Branchen erschließen, sondern auch in der Wirtschaftsregion Ulm/Neu-Ulm seine Präsenz stärken. Im Interview erzählen Dr. Stier und Finanzchef Markus Liebhardt unter anderem über schwäbische Qualitäten als Basis für internationale Erfolge.

Herr Dr. Stier, mit der neuen Aufgabe haben Sie sich auch in Illerrieden angesiedelt?

Dr. Daniel Philippe Stier: Als Kind der Region bin ich nach Stationen in Oberbayern und im Saarland wieder in meiner Heimat angekommen. Während die neue Aufgabe sicherlich ausschlaggebend für meine Entscheidung für Bossard war, so war die Heimat sicherlich ein ebenso wichtiger und schöner Grund. Mit seinen bundesweiten, in der Firmengruppe sogar weltweiten Aktivitäten bietet Bossard zudem unglaubliches Entwicklungspotential, denn es gibt wohl keinen Bereich in Produktion und Fertigung, der ohne die sogenannten C-Teile auskommt.
Schrauben, Muttern, Gewindeeinsätze, Niete, Scharniere, Verschlüsse und vieles mehr, als Standardprodukte oder individuell angefertigt: Wir haben nicht nur die Produkte, sondern insbesondere auch die Ingenieure und Experten, die für jede Anforderung die genau passende Antwort haben.

Herr Liebhardt, Sie bezeichnen die regionale Verwurzelung von Bossard als Fundament der Unternehmensentwicklung.

Markus Liebhardt: Was wenig verwunderlich ist, denn die allermeisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Stammsitz in Illerrieden kommen aus der Region Ulm/Neu-Ulm, leicht erkennbar am heimischen Dialekt, der gewissermaßen unsere Firmensprache ist. Zu unserer DNA gehören Bodenständigkeit ebenso wie schwäbischer Erfindergeist und Innovationskraft.

Trotz langer Geschichte ist Bossard nicht unbedingt ein bekannter Name in der Region?

Markus Liebhardt: Das liegt an der Historie, denn tatsächlich sind wir bereits seit 50 Jahren in Illerrieden zu Hause. Erst als Koenig, dann als KVT-Fastening und nach der Übernahme des Schweizer Bossard Gruppe, die sogar knapp 200 Jahre alt ist, seit 1. März 2022 als Bossard Deutschland. Was mir dabei sehr wichtig ist: In all diesen Jahren waren wir nicht nur wirtschaftlich auf einer gesunden Erfolgsspur, sondern auch ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber mit heute über 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern allein in Illerrieden an der Max-Eyth-Straße 14. Und es sollen noch viel mehr werden.

Corona, Ukraine-Krieg, gestörte Lieferketten, Inflation. Herr Dr. Stier, Ihr Start erfolgt in schwierigen Zeiten.

Dr. Stier: Wir müssen uns ohne Zweifel großen Herausforderungen stellen. Aber wir sind eben viel mehr als „nur Schrauben“. Wir bieten hochkarätiges Expertenwissen und nachhaltige Lösungen, nicht zuletzt bei den innovativen Fortschrittsthemen. Um nur drei Stichworte zu nennen: Leichtbau, Elektromobilität, Medizintechnik – unsere Expertise in der Verbindungs- und Befestigungstechnik ist hier besonders wertvoll und gefragt.

Sie sehen Bossard Deutschland also als Entwicklungspartner für Ihre Kunden?

Dr. Stier: Genau. Wir unterstützen unsere Kunden mit unseren diversen Engineering-Services, betreuen sie umfassend „aus einer Hand“. Unser Ziel ist es, unsere Kunden dabei zu helfen, über nachhaltige Produkte und Dienstleistungen ihre Produktivität zu steigern.
Damit tragen wir zum nachhaltigen, wirtschaftlichen und sozialen Erfolg unserer Kunden bei und machen sie als unsere Partner wettbewerbsfähiger und fit für die Zukunft. Diese ganzheitliche Sicht nennen wir bei Bossard „Proven Productivity“. Es ist ein Versprechen, das nachweislich funktioniert.

Zur Person

Nach dem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsmathematiker an der Universität Ulm und Promotion an der Universität Hohenheim war Dr. Daniel Philippe Stier zunächst bei einem bekannten Autobauer und anschließend bei einer Managementholding für die saarländische Stahlindustrie tätig – zuletzt als Leiter Risikomanagement. Seit 2016 wirkte der 42-Jährige in unterschiedlichen Funktionen bei der Dillinger Hütte – darunter als Geschäftsführer der Dillinger Hütte Vertrieb GmbH sowie Aufsichtsrat- und Beiratsvorsitzender diverser Vertriebsgesellschaften weltweit.

Die Bossard Deutschland GmbH

Seit 1. März 2022 firmieren die KVT-Fastening GmbH, die Bruma Schraub- und Drehtechnik GmbH und die Bossard Deutschland GmbH unter dem Namen Bossard Deutschland GmbH. Am Hauptsitz in Illerrieden konzentriert man sich auf das Produktsortiment in den Bereichen Einpresstechnik, Niettechnik, Funktionselemente, Schrauben, DIN-Teile und Gewindeeinsätze, ergänzt um Verarbeitungstechnik vom einfachen Handsetzgerät bis hin zu vollautomatischen Systemen sowie unterschiedlichen Logistik & Engineering Services. Der Standort in Velbert wird kontinuierlich als Kompetenzzentrum für Zeichnungsteile ausgebaut.
Die Bossard Deutschland GmbH – beheimatet in Illerrieden – zählt unter anderem:
- mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- über 150 Qualitäts- Brands im Produktportfolio mit mehr als einer Million Artikeln
- rund 25.000 Kunden, Tendenz dynamisch wachsend