Neue Perspektiven

Der Vorstand des neuen Vereins für Stadtmarketing Andreas Manthey, Kai Hinderberger, Heribert Lohr, Achim Klenk und Volker Schüttler bereiten derzeit die aktive Vereinsarbeit vor.
Der Vorstand des neuen Vereins für Stadtmarketing Andreas Manthey, Kai Hinderberger, Heribert Lohr, Achim Klenk und Volker Schüttler bereiten derzeit die aktive Vereinsarbeit vor. © Foto: Foto: Andreas Harthan
ibe 02.11.2018

Die Aufgabe ist diffizil, weil komplex. Wie lässt sich die Attraktivität von Crailsheim gleichsam als Lebensraum und Wirtschaftsstandort perspektivisch weiter verbessern? Das ist die grundsätzliche Frage, mit der sich der vor kurzem neugegründete Verein für Stadtmarketing beschäftigt.

Derzeit werden die Formalien wie etwa der Eintrag ins Registergericht erledigt, um nun zeitnah die praktische Arbeit aufzunehmen. Der Neuorientierung der Innenstadt als zentralem Kulminationspunkt kommt dabei besondere Bedeutung zu. „Gerade hier beginnt der spannende Teil der Vereinsarbeit“, sagt der erste Vorsitzende Heribert Lohr: „Crailsheim ist zwischenzeitlich eine Flächengemeinde mit über 34 000 Einwohnern, da sind unsere alten Denkmuster einfach nicht mehr zielführend.“   Der gelernte Zeitungsredakteur weiter: „Es gilt Crailsheim als Ganzes zu bedenken und dabei Teilbereiche nachhaltig zu stärken.“ Das gilt gerade auch für die Innenstadt mit ihrer Funktion als Treffpunkt und dem historisch gewachsenen Marktplatz. Gerade auch weil die Digitalisierung sein Übrigens tut und die  Kundenerwartungen und ihr Verhalten zum Teil dramatisch verändert.

Der Innenstadt kommt bei diesem strukturellen Wandel mit ihrer Mischung aus Verwaltungssitz, Lebens- und Erfahrungsraum eine völlig veränderte Rolle zu.  In Summe gilt es, die Innenstadt als lebendige und attraktive City mit hoher Lebensqualität zu gestalten, weil die Bereiche Arbeiten, Wohnen und Leben vermehrt zusammenwachsen. Gerade auch die jüngere Generation richtet ihre Lebensgestaltung an dieser Entwicklung aus. Dabei ist das sogenannte Eventshopping ein Trend, der dem stationären Handel perspektivisch Chancen eröffnet. „Der Erfolg von Aktionen wie dem Foodtruck-Festival zeigen gerade auch in Crailsheim, dass die  Menschen solch Angebote gerne annehmen“, sagt Heribert Lohr: „Nachhaltig wird das Ganze aber erst, wenn die Atmosphäre der Innenstadt die Besucher in ihrer Gesamtheit anspricht.“

Deshalb wirbt Heribert Lohr mit Nachdruck dafür, dass sich weitere Firmen aber auch Privatleute dem Verein für Stadtmarketing anschließen. Seine Überzeugung: „Letztlich ist Crailsheim auch als Einkaufsstadt nur so gut, wie das, was wir alle daraus machen.“  Für den gebürtigen Crailsheimer muss die Innenstadt auch die Konkurrenz auf der grünen Wiese nicht fürchten. „Sowohl die historische Kernstadt aber auch der weitere Raum mit dem Jagstareal bis zum Bahnhof bietet“,  nach seiner Überzeugung, „ungemein viel Potential um einen Raum zu schaffen, an dem du gern bist, lebst und dort dann auch Dienstleistungen und Produkte einforderst.“

Gerade die Ausweisung der neuen Baugebiete in Crailsheim wird auch die ökonomischen Gewichte weiter verschieben und deshalb muss die Innenstadt ihre Rolle auch künftig weiter überdenken. Crailsheim schreibt als Einkaufsstadt an weiteren Kapiteln. Wer sich nur die strömenden Besuchermassen während der „Langen Nacht der Türme“ in Erinnerung ruft, erhält einen kleinen Eindruck davon, welch ungemeine Chancen sich der Kernstadt bieten. Der Erfolg aller Anstrengungen wird wohl auch davon abhängen, ob es gelingt, die wirtschaftlichen Schwerpunkte der Stadt zu verbinden, so dass sich die Teilzentren zusätzlich ergänzen und stärken.

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