Gemeinsam im Team hat man sich an der Augenklinik Ulm, einer Klinik der Maximalversorgung, zur Aufgabe gemacht, die Behandlung aller Erkrankungen des vorderen und hinteren Augensegments, sowie der Lider zu behandeln. „Die Augenheilkunde ist ein höchst innovatives Fach mit stetiger Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten“, wie Professor Armin Wolf, Ärztlicher Direktor der Augenklinik, erklärt. Um die Augengesundheit der regionalen Bevölkerung kümmern sich in der Augenklinik rund 25 Expertinnen und Experten. „Patienten, die zu uns kommen, versuchen wir an einem Tag mit der kompletten Diagnostik zu versorgen.“ Sowohl bei der Beratung als auch bei der Behandlung, deckt jede Sektion ihren Bereich ab: „Sei es am Lid, am grünen oder grauen Star, an der Hornhaut oder an der Netzhaut.“ Spezialisiert ist Professor Wolf auf die intraokulare Chirurgie: Dieser Bereich bezeichnet Operationen im Auge selbst und reicht vom vorderen Augenabschnitt, zum Beispiel von Linsenoperationen, bei denen unterschiedlichste Linsenmodelle einer künstlichen Augenlinse eingepflanzt werden, bis zum hinteren Augenabschnitt mit Operationen im Glaskörper und an der Netzhaut.

Translationale Forschung in Ulm

Am Michelsberg will Netzhautchirurg Armin Wolf die Klinik als augenheilkundliches und chirurgisches Versorgungszentrum ausbauen. Das soll mit weiteren Forschungen gelingen: „Für mich die dringlichste Aufgabe der Spitzenmedizin ist es, unsere Patienten an den neuesten Forschungsergebnissen teilhaben zu lassen.“ In translationalen Ansätzen arbeitet die Augenklinik mit Forschern nicht nur im Labor der Augenklinik direkt zusammen. „Basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen bieten wir Studien an und arbeiten mit den Patienten zusammen. So können wir an der Augenklinik Medizin auf dem neuesten Stand anbieten.“ Dabei versteht sich die Augenklinik als Teil eines Netzwerkes. Professor Wolf lächelt: „Gemeinsam mit niedergelassenen Kollegen nutzen wir zunehmend moderne Kommunikationsportale, um Problemfälle schneller behandeln zu können. Gerade was die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) betrifft, hat die Augenheilkunde in den letzten 15 Jahre nahezu eine Revolution erlebt. Bei der AMD handelt es sich um eine schwerwiegende Augenerkrankung, die einen zentralen Bereich der Netzhaut angreift. „Die altersbedingte Makuladegeneration ist in Deutschland die häufigste Ursache für Sehminderung im Alter, da sie einen zentralen Bereich der Netzhaut angreift. Etwa zwanzig Prozent der 65- bis 74-Jährigen und 35 Prozent der 75- bis 85-Jährigen sind betroffen.“ Sein Anliegen? „Die Forschung auf diesem Gebiet sowohl im chirurgischen als auch im medikamentösen Bereich voranzubringen. Inzwischen gibt es Antikörper-Artige Medikamente, die ins Auge gespritzt werden und die Sehkraft verbessern. Allerdings muss diese Behandlung teilweise oft wiederholt werden und ist in den meisten Fällen eine Dauertherapie. Es laufen bereits Studien für länger wirksame Medikamente. Das macht die Augenklinik Ulm zu einem wichtigen Zentrum für altersbedingte Makuladegeneration in Deutschland.“

Die Risikofaktoren abklären

In unserer Kultur gilt das Auge als wichtigstes Sinnesorgan. Etwa 80 Prozent der Informationen erhalten wir über unsere Augen. Bereits der griechische Gelehrte Aristoteles vermutete, dass es dabei eine Gemeinsamkeit unter allen Menschen gibt: eine Hierarchie der Sinne. Dabei gilt das Sehen als der wichtigste Sinn, gefolgt vom Hören, Tasten, Schmecken und Riechen. Wie wichtig es ist, jegliche akute Verschlechterung des Sehens abzuklären, betont Professor Wolf mit Nachdruck. „Es gibt viele Risikofaktoren, die etwa zur Netzhautablösung führen können: Kurzsichtigkeit oder auch familiäre Prädispositionen“ Die Symptome? Eine Netzhautablösung äußert sich durch Lichtblitze, es treten Schatten auf.“ Professor Wolf hat sich zudem auf die besonders schweren Verletzungen sowie Augenoperationen im Säuglings- und Kindesalter spezialisiert: „Komplizierte Fälle stellen für mich eine besondere Herausforderung dar.“ In den letzten 17 Jahren konnte der Münchner mit zahlreichen Operationen helfen und in Studien sein Wissen weitergeben. „Das ist das Wichtigste: Basierend auf den neuesten Forschungsergebnissen allen Patientinnen und Patienten die klinisch beste Versorgung sicherzustellen.“ Die Liebe zur Augenheilkunde hat er während des Medizinstudiums, unter anderem an der Universidad Autónoma in Barcelona entdeckt. Jetzt geht es darum, weiterzuforschen, bei allen Arten von Fehlsichtigkeit. Für eine bessere Sicht auf die Welt.

Zur Person

Prof. Dr. Armin Wolf ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Ulm. Er beschäftigt sich mit der Erforschung und Behandlung degenerativer Augenerkrankungen wie der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Sein Studium der Humanmedizin absolvierte er an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, der Universidad Autónoma in Barcelona und der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität schloss er seine Facharztausbildung und Habilitation erfolgreich ab und war dann als Oberarzt tätig. Vor seinem  Wechsel an das Universitätsklinikum Ulm 2020 war er stellvertretender Direktor der Augenklinik des Klinikums der Universität München.

Kontakt

Klinik für Augenheilkunde
Prittwitzstraße 43, 89075 Ulm