So wird der "Tatort" am Sonntag

"Freddy tanzt" im "Tatort" (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) zunächst allein
"Freddy tanzt" im "Tatort" (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) zunächst allein © Foto: WDR/Colonia Media GmbH/Martin Valentin Menke
(emk/spot) 30.01.2015

Die Nachbarin (Lina Wendel) von Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ist besorgt. Die vermisst ihren Sohn und wendet sich an den Kommissar in der Hoffnung, er könne ihr weiterhelfen. Doch der vertröstet sie zunächst. Ein paar Tage später nimmt sie die Sache selbst in die Hand und macht sich auf die Suche. Am Rheinufer findet sie die Leiche ihres Sohnes...

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Im Laufe der Ermittlungen wird klar, dass Daniel Gerber (Matthias Reichwald) zuletzt auf der Straße gelebt hat. Der talentierte Pianist suchte Arbeit und hatte kurz vor seinem Tod noch ein Vorspiel in einer Hotelbar. Doch der Abend endete mit einer Prügelei und einem Rauswurf. Schwer verletzt suchte das Opfer vor seinem Tod noch Hilfe in einem nahe gelegenen Haus.

Blinde Gesellschaft und ein verliebter Kommissar

Im Treppenhaus finden die Kommissare Blutspuren des Opfers, doch die Bewohner des Hauses stellen sich unwissend. Das ärgert vor allem Ballauf. Weit weniger aufgebracht über die Bewohner scheint sein Kollege Freddy Schenk (Dietmar Bär) zu sein. Äußerst angetan von der schönen Kunstprofessorin Claudia Denk, beginnt für Freddy eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sein Herz tanzt.

Mit der Zeit entdecken die Ermittler ein Mosaik aus individuellen Geschichten, die miteinander verwoben sind: Doch dabei ist jeder mit seinen eigenen Dramen beschäftigt, hat gute Ausreden, gute Gründe und handelt individuell nachvollziehbar. Eine Verkettung der Ereignisse löst einen Dominoeffekt aus. Eins führt zum anderen und am Ende war da plötzlich eine Leiche.

Und so gestaltet sich die Suche nach dem Mörder schwierig, denn eigentlich gibt es keinen und doch ganz viele. Und Freddy? Er taumelt durch sein emotionales Chaos und am Ende sieht er nur noch eine Lösung: Er tanzt.

Lohnt sich das Einschalten?

Auf jeden Fall! "Freddy tanzt" zeichnet ein sehr beispielhaftes Bild von einer Gesellschaft, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Auch Kommissar Ballauf tappt zu Beginn in diese Falle, als er seine Nachbarin, die um Hilfe bittet, vertröstet. Wegschauen statt Helfen ist das Motto. Doch der Film wertet nicht. Er zeigt vielmehr ein altbekanntes Dilemma und bietet viel Raum für Identifikation. Die Frage nach dem Richtig oder Falsch muss der Zuschauer selbst beantworten und vor allem die Frage: Wie hätte ich gehandelt?

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