Schach SK Hall verliert Spitzenkampf gegen Baden-Baden 2:4

Iva Videnova notiert sich den aktuellen Zug. Sie gewinnt beim Doppelspieltag in Friedberg ihre beiden Partien für den SK Hall.
Iva Videnova notiert sich den aktuellen Zug. Sie gewinnt beim Doppelspieltag in Friedberg ihre beiden Partien für den SK Hall. © Foto: Thomas Marschner
Friedberg / THOMAS MARSCHNER 28.01.2015
Baden-Baden hat das Spitzenspiel in der Frauenbundesliga gegen den SK Schwäbisch Hall mit 4:2 für sich entschieden. Die OSG steht damit dicht vor dem Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Der große Respekt vor dem Aufsteiger aus Württemberg war daran abzulesen, dass Baden-Baden in Topbesetzung antrat, darunter mit Anna Muzychuk und Victorija Cmilyte zwei Spielerinnen, die den Großmeistertitel der Männer innehaben und mit Maria Muzychuk eine weitere Spielerin mit einer Elozahl über 2500. Schwäbisch Hall musste auf Alina Kashlinskaya und Ekaterina Atalik verzichten. Dafür trat an Brett 1 die frischgebackene georgische Meisterin Nino Batsiashvili an. Insgesamt war Baden-Baden an allen Brettern rund 100 Elopunkte überlegen.

In der Eröffnungsphase zeigte sich die gute Vorbereitung der Hallerinnen, die durch die Bank nach etwa zehn Zügen deutlich weniger Zeit als ihre Gegnerinnen verbraucht hatten. Die Partie an Brett 1 endete als erstes. Nino Batsiashvili bekam gegen Anna Muzychuk mit Schwarz eine vorbereitete Variante aufs Brett, und die Partie endete nach zwei Stunden mit Remis, was Schwäbisch Hall in die Karten spielte, da damit die Topspielerin des Gegners quasi entschärft werden konnte. Auch Karina Ambartsumova spielte an Brett 6 Remis.

Die restlichen Partien gingen über die volle Distanz. Im litauischen Duell Daulyte gegen Cmilyte wurde die Stellung der Hallerin im Verlauf der Partie immer schwieriger und war am Ende nicht mehr zu halten. Sophie Milliet hatte eine ausgeglichene Stellung gegen Maria Muzychuk mit beiderseitigen Chancen. Beim Übergang ins Endspiel übersah sie einen taktischen Schlag, der einen Bauern kostete. Letztlich verlor sie.

Die interessanteste und spannendste Partie, die den Kampf auch mehr oder weniger entschied, war Irina Bulmaga gegen Eva Moser. Beide spielten voll auf Angriff, Irina opferte im weiteren Verlauf in besserer Stellung eine Figur und erhielt starken Angriff, der bei genauem Spiel auch durchgeschlagen hätte. Doch sie fand nicht immer den stärksten Zug, wurde am Ende ausgekontert und verlor. Iva Videnova konnte dann relativ überraschend noch auf 2:4 verkürzen, obwohl ihre Partie sehr lange völlig ausgeglichen war.

Mit etwas Glück wäre für Schwäbisch Hall mehr möglich gewesen, aber am Ende setzte sich die größere Erfahrung der Baden-Badener Spielerinnen durch. Tags darauf gewann der SK Schwäbisch Hall 6:0 gegen Deizisau.

Nun läuft es in der letzten Runde auf ein Finale um die Vizemeisterschaft gegen Bad Königshofen heraus, vorausgesetzt die nächsten Runden werden siegreich gestaltet. Aktuell belegt der SK Schwäbisch Hall in der Damen-Bundesliga den dritten Platz, punktgleich mit dem Zweiten Bad Königshofen.

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