Laichingen Signal aus Laichingen

Laichingen / PETER SCHUMANN 15.10.2014
Ein Signal an das Umland: Am Montag hat der Laichinger Gemeinderat beschlossen, sich an den Kosten für einen Bahnhalt in Merklingen zu beteiligen.

Die Stadt will die "Jahrhundertchance Bahnhalt Merklingen" nutzen, wie Bürgermeister Klaus Kaufmann am Montag in der Gemeinderatssitzung sagte. Seine Räte sahen das ebenso und beschlossen einstimmig, sich mit 350 000 Euro an den Planungskosten für die Machbarkeitsstudie sowie für die Vorplanung zu beteiligen (siehe Infokasten).

Die Kosten für die Vorplanung fallen freilich nur an, wenn die Machbarkeitsstudie zu dem Ergebnis kommt, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung für den Bau des Halts spricht. Ist dies nicht der Fall, bleibt es für Laichingen bei 96 000 Euro für die Machbarkeitsstudie. Vorsorglich werden auch die Kosten für die Detailplanung bis hin zum Planfeststellungsverfahren mit einem Kostenanteil von 530 000 Euro in den Haushaltsplan 2015 der Stadt eingestellt.

Nach ersten Schätzungen wird die Planung des gesamten Projekts maximal 4,8 Millionen Euro kosten, die Baukosten weitere 21,8 Millionen Euro. Davon würde das Land Baden-Württemberg nach derzeitigem Verhandlungsstand 50 Prozent übernehmen, die andere Hälfte müssten sich der Alb-Donau-Kreis (ein Drittel) und die beteiligten Kommunen (zwei Drittel) teilen. Hinzu kämen 1,2 Millionen für den zusätzlichen Busverkehr zum Bahnhalt zuzüglich 500 000 Euro jährlich für die Beteiligung am Kauf schneller Regionalexpresszüge. Noch nicht in die Rechnung einbezogen sind die Erlöse aus Bus und Bahn.

Bürgermeister Kaufmann bedauerte, den Gemeinderäten keine genauen Zahlen vorlegen zu können. Er müsse sich auf die stützen, die in der Potenzialanalyse errechnet worden sind. Doch Bahn und Ministerium hätten es bisher nicht geschafft, aktuelle Zahlen zu liefern. "Aber wir haben keine Zeit zu verlieren", betonte Kaufmann. Der Wunsch nach dem Bahnhalt hätte eigentlich vor zehn Jahren geäußert werden müssen, als die ICE-Strecke geplant wurde.

Laichingen wolle mit diesem Beschluss ein "starkes Signal" ans Umland, den Kreis und ans Land senden, betonte Kaufmann. Nun müsse man sehen, ob die anderen mitziehen. Sollte eine Kommune ausscheren, müssten die anderen die daraus resultierenden Mehrkosten tragen. In diesem Falle würde Laichingen erneut beraten. Geplant sei, die Bürger der Region in einer Infoveranstaltung zu informieren.

Wer müsste was zahlen?

Kostenträger Insgesamt sieben Gemeinden und der Alb-Donau-Kreis müssten sich neben dem Land Baden-Württemberg an den Kosten für einen Bahnhalt in Merklingen beteiligen. In Laichingen stimmte der Gemeinderat am Montag zu, in den anderen sechs steht diese Entscheidung noch aus: in Nellingen, Merklingen, Berghülen, Heroldstatt, Westerheim und Hohenstadt. Auch der Kreis hat noch nicht über das Thema beraten. Da es noch keine konkreten Zahlen über die Planungskosten gibt, hat die Stadt Laichingen ihrer Rechnung die Zahlen aus der Potenzialanalyse zugrunde gelegt. Danach zahlt der Kreis ein Drittel der Planungskosten, die Kommunen die restlichen zwei Drittel. Die Kosten pro Gemeinde werden je nach Einwohnerzahl errechnet. Ob die Planungskosten tatsächlich so bleiben, müssen weitere Gespräche mit den Beteiligten ergeben.

Zurück zur Startseite