Bietigheim-Bissingen SG BBM: Neuer Trainer Bo Milton Andersen hat zwei Ziele

Der neue Trainer der SG BBM Bietigheim Bo Milton Andersen (rechts) und die Macher des Handball-Bundesligisten (von links) Eberhard Bezner, Beiratsvorsitzender und Hauptsponsor, Sportdirektor Gerit Winnen und Manager Thorsten Mast.
Der neue Trainer der SG BBM Bietigheim Bo Milton Andersen (rechts) und die Macher des Handball-Bundesligisten (von links) Eberhard Bezner, Beiratsvorsitzender und Hauptsponsor, Sportdirektor Gerit Winnen und Manager Thorsten Mast. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / CLAUS PFITZER 15.01.2014
Der 39-jährige Däne Bo Milton Andersen ist neuer Trainer beim Handball-Bundesligisten SG BBM Bietigheim. Der hatte sich am Montag von Dago Leukefeld getrennt. Andersens kurzfristige Ziele mit dem Frauenteam sind der Klassenerhalt und die Teilnahme am Final Four im Pokalwettbewerb.

Bei der Präsentation des neuen Bietigheimer Erstliga-Trainers Trainers Bo Milton Andersen an diesem Dienstag in der Firmenzentrale des Hauptsponsors Olymp rief SG-Manager Thorsten Mast die "Stunde Null" aus. Die neue Zeitrechnung mit dem 39-jährigen Dänen beginnt demnach am Samstag um 20 Uhr mit dem Heimspiel gegen DJK/MJC Trier. Dabei soll bereits der erste Teil von Andersens Mission erledigt und mit einem Sieg der Klassenerhalt abgesichert werden. Eine Woche später wartet eine heikle Aufgabe auf den neuen Mann. Beim Liga-Konkurrenten Buxtehuder SV steht das Viertelfinale im deutschen Pokalwettbewerb an. "Wir wollen ins Final Four", sagte Andersen. Was das angesichts der Konstellation im Halbfinale bedeutet, verdeutlichte Manager Mast: "Da dort die drei führenden Mannschaften der Bundesliga dabei sind, die sowieso den Europacup erreichen, würden auch wir europäisch spielen." Die SG BBM hat den sympathischen Dänen aber keineswegs alleine deswegen verpflichtet, um die beiden Ziele zu erreichen. Vielmehr geht es darum, dass Andersen seiner neuen Mannschaft seine Philosophie im Hinblick auf die kommende Saison nahebringt und dass er gemeinsam mit Sportdirektor Gerit Winnen die Kaderplanung angeht. Der Vertrag läuft zunächst bis 30. Juni 2014, er beinhaltet aber eine Option auf Verlängerung.

Aufgefallen ist der dänische Trainer Sportdirektor Winnen am 23. Februar 2013 beim Handball-Tag der SG BBM in der EgeTrans Arena. Damals betreute Andersen den SC Greven, der den haushohen Favoriten Bietigheim in Schwierigkeiten brachte. "Er kam mit einer Rumpftruppe, die uns alles abverlangt hat. Da hatte er sich Dinge einfallen lassen wie eine unangenehme 4:2-Abwehr", erzählte Winnen von den ersten Berührungspunkten. Auch Andersen erinnerte sich noch gut an den Auftritt in der Eisarena: "Es hat Spaß gemacht, dort zu spielen. Es waren viele Zuschauer da, aber sie waren weit weg vom Spielfeld."

Als sich der bisherige Trainer Dago Leukefeld im November gegen eine Vertragsverlängerung bei der SG BBM ausgesprochen hatte, begann der Sportdirektor mit einer ersten Sondierung möglicher Nachfolgekandidaten und stieß dabei auch auf Andersen. "Wir teilen die Philosophie des Handballs", so Winnen, der diesen Umstand auch bei der Weltmeisterschaft der Frauen kürzlich festgestellt hatte, als sich bei den Ansichten über Spielerinnen Schnittmengen ergaben.

"Dass er sofort einsteigt, war nicht geplant. Aber es war wichtig, den Schritt jetzt zu gehen", unterstrich der SG-Sportdirektor bei der Präsentation am Dienstag ausdrücklich. Der Negativlauf mit 2:12 Punkten und wohl vor allem die herbe Niederlage in Bensheim in der vergangenen Woche dürften die Entwicklung beschleunigt haben. Bo Andersen, der wegen unterschiedlicher Auffassungen mit der Vereinsleitung den Männer-Drittligisten TV Münden nach drei Monaten im Oktober 2013 wieder verlassen hat, beobachtete Bietigheim in Bensheim und am Samstag in Leipzig.

"Jetzt muss ich ein Gefühl für die Mannschaft bekommen, dazu habe ich bis zum Spiel gegen Trier drei Einheiten Zeit. Wir werden das bisherige Konzept nicht verändern, sondern zunächst nur Kleinigkeiten einbringen. Die Abwehr werden wir sicher verstärken", so der neue Coach, der lange auf Linda Mack verzichten muss, die sich in Leipzig das Kreuzband gerissen hat. "Ich bin Däne und wir spielen immer mit einer starken Abwehr und mit schnellen Gegenstößen", so Andersen. Von dänischen Coaches wurden drei der vier WM-Halbfinalisten bereut, darunter auch Weltmeister Brasilien.

Einen kurzen Rückblick auf die Ära Leukefeld machte Sportdirektor Winnen: "Ich habe mich immer stark für ihn eingesetzt. Dass wir aufgestiegen sind, bestätigte doch seine Verpflichtung. Wir haben einen guten Kader zusammengestellt, hatten einen guten Start in die Saison. Ab dem Zeitpunkt seiner Absage für die neue Saison habe ich mich um einen neuen Trainer bemüht." Eberhard Bezner, der Beiratschef und Hauptsponsor, meinte zur Ablehnung einer weiteren Zusammenarbeit über die Saison hinaus: "Seine Forderungen waren für die SG nicht erfüllbar, sie passen nicht in die Struktur. Wenn einer im November sagt, dass er aufhört, ist es fraglich, ob er bis Mai noch einen super Job macht."

Zur Person vom 15. Januar 2014:

Bo Milton Andersen ist Däne, 39 Jahre alt und ledig. In seiner Jugend hat er Handball, Fußball und Schach gespielt und sich dann frühzeitig auf den Trainerberuf vorbereitet. In seiner Heimat hat er vor allem Nachwuchs-Mädchenmannschaften trainiert und war Co-Trainer bei IF Stjernen in der 1. Frauen-Division. In Deutschland arbeitete er in der Saison 2012/2013 beim Frauen-Zweitligisten SC Greven und von Juni bis Oktober 2013 beim Männer-Drittligisten TG Münden.

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