Lübeck SG BBM eilt von Sieg zu Sieg: Handballer untermauern Aufstiegsambitionen

Patrick Rentschler (rechts) ist den Bad Schwartauern Henning Quade (links) und Toni Podpolinski entwischt und setzt zum Wurf an. Der Bietigheimer Kreisläufer verbuchte beim Auswärtserfolg in der Lübecker Hansehalle vier Treffer.
Patrick Rentschler (rechts) ist den Bad Schwartauern Henning Quade (links) und Toni Podpolinski entwischt und setzt zum Wurf an. Der Bietigheimer Kreisläufer verbuchte beim Auswärtserfolg in der Lübecker Hansehalle vier Treffer. © Foto: SportBlitz.info
ANDREAS EBERLE 02.05.2014
Der Traum von der Ersten Liga wird immer realer: Mit einem 33:25-Sieg beim VfL Bad Schwartau hat der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim seine Aufstiegschancen verbessert. Robin Haller und Timo Salzer warfen gemeinsam 18 Tore.

Selbst Trainer Hartmut Mayerhoffer war nach dem deutlichen 33:25-Erfolg der SG BBM Bietigheim beim VfL Bad Schwartau baff. "Niemand hat damit gerechnet, dass wir mit dieser Souveränität gewinnen würden. Denn Bad Schwartau ist ein heißes Pflaster", kommentierte der Bayer den fünften Sieg seiner Mannschaft in Folge. Eben dort im hohen Norden hatten schließlich in dieser Zweitliga-Saison bereits die Topklubs aus Neuhausen, Friesenheim, Erlangen, und Bittenfeld Federn gelassen. Und insgeheim hatte sich der VfL vor dem Kräftemessen mit Bietigheim noch einen Platz unter den ersten drei erhofft. Doch mit der Niederlage ist der Aufstiegstraum der sonst so heimstarken Bad Schwartauer geplatzt. Bei der SG BBM darf dagegen weiter geträumt werden.

Durch den Erfolg am Mittwochabend haben die drittplatzierten Mayerhoffer-Schützlinge bereits drei Zähler Vorsprung zum vierten Platz - bei noch vier ausstehenden Partien. Und da das Spitzenduo TSG Friesenheim und HC Erlangen zeitgleich nur unentschieden spielte, ist der Abstand nach ganz vorne sogar weiter geschrumpft: Nur noch ein Zähler trennt die Bietigheimer von den beiden erstplatzierten Vereinen. Die nächste Etappe der SG BBM auf dem Weg in die Bundesliga ist nun am Samstag (20 Uhr) das Heimspiel gegen den Traditionsklub TV Großwallstadt, das in der EgeTrans Arena ausgetragen wird.

In der Lübecker Hansehalle ließen es vor allem zwei Bietigheimer Handballer krachen: Robin Haller und Timo Salzer ballerten gegen Bad Schwartau munter um die Wette und steuerten gemeinsam 18 Tore zum Auswärtssieg der SG BBM bei. Haller war mit zehn Treffern der Topwerfer der Partie, Ex-Nationalspieler Salzer folgte mit acht Toren. "Beide haben ein klasse Spiel abgeliefert, nicht nur wegen ihrer Tore", lobte Mayerhoffer die zwei Führungsspieler.

Doch auch die anderen Bietigheimer liefen einmal mehr zur Höchstform auf - auch die, die schwerpunktmäßig mit Defensivaufgaben betraut sind. Torwart Jan Kulhanek bot erneut eine erstligareife Vorstellung. Die ebenfalls exzellente Abwehr hatte den gefürchteten Bad Schwartauer Rückraum-Schützen Jan Schult bestens unter Kontrolle und ließ nur 21 Gegentore aus dem Spiel zu - die übrigen vier VfL-Treffer resultierten aus Siebenmetern. Frech spielte insbesondere wieder Paco Barthe auf. Im Innenblock stand der 21-jährige Deutsch-Franzose wie gehabt seinen Mann - und im Angriff glänzte er als dreifacher Torschütze. Wie schon beim Heimsieg gegen Saarlouis gewährte Mayerhoffer allen Akteuren im Kader, auch der jungen Garde, Wettkampfpraxis. "Die Spieler, die wir gerade zur Verfügung haben, erfüllen ihre Aufgaben zu 100 Prozent", stellte der Coach zufrieden fest. Heraus kam ein überzeugender Start-Ziel-Sieg seiner Schützlinge, der in der Höhe doch überraschte.

Die Bietigheimer traten in der Hansehalle mit breiter Brust an und lagen von Beginn an vorne. Nach einer flotten 3:0-Führung fanden die Schleswig-Holsteiner zwar etwas besser in die Begegnung und glichen bis zur 14. Minute zum 5:5 aus. Doch dann übernahm wieder die SG BBM die Initiative und legte meist zwei, drei Tore vor. Auch beim 12:15-Pausenstand betrug der Vorsprung der Gäste drei Treffer.

Im zweiten Abschnitt zog Bietigheim vorentscheidend auf 18:13 davon (35.). In der Offensive lief jetzt alles wie am Schnürchen, die überrumpelten Hausherren resignierten dagegen zusehends. Näher als auf fünf Tore ließ die SG BBM den demoralisierten Gegner fortan nicht mehr herankommen. Das 33:25 spiegelte am Ende die Kräfteverhältnisse wider. "In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich überlegen und einfach auch fitter als der Gegner", bilanzierte Timo Salzer.

So spielten sie