Schwer und noch schwerer

Timo Rebmann kommt hier zu spät, seine Genesung kommt dem TV Deggingen gerade recht. Foto: Schwabenpress
Timo Rebmann kommt hier zu spät, seine Genesung kommt dem TV Deggingen gerade recht. Foto: Schwabenpress
THOMAS FRIEDRICH 22.09.2012
Nach zwei Pleiten in Folge will der TV Deggingen gegen den VfR Süßen in der Kreisliga A3 zurück auf Kurs. Vorm Spitzenspiel der Kreisliga B8 bei der TG Reichenbach hat der TSV Gruibingen von Remis die Nase voll.

Manchmal profitieren Mannschaften, wenn der Trainer beurlaubt wird. Gelegentlich hilft es schon, wenn sich der Übungsleiter selbst beurlaubt. Als Roman Komorski in den Ferien weilte, sammelte der TV Deggingen in der Kreisliga A3 fleißig Punkte. Seit der Coach wieder auf der Bank sitzt, gab es zwei Niederlagen. Allein deswegen will Komorski noch lange nicht gleich wieder zum Flughafen. Die Ergebnisse, sagt er lachend, hatten mit seiner Urlaubsplanung "nichts zu tun".

Seine Mannschaft präsentierte sich unter den Augen ihres Chef-Trainers zweimal gar nicht so schlecht und hatte "die Niederlagen nicht verdient". Nur in ganz wenigen Situationen haben sich die Seinen nicht gut verhalten und das kostete die Punkte. Morgen um 15 Uhr gegen den VfR Süßen wollen sie es besser machen, einen psychischen Knacks durch die Pleiten vermag Komorski nicht zu erkennen.

Niederlagen sind in der in diesem Jahr extrem ausgeglichenen Klasse immer mal drin. "Jeden Sonntag ist jedes Ergebnis möglich", fasst der TVD-Trainer das Niveau der Liga zusammen. Daher gebe es für alle Teams "nur schwere und noch schwerere Spiele". Leichte Gegner sind nicht mehr da. Gegen den gestrauchelten Titelaspiranten VfR Süßen, derzeit mit fünf Zählern Drittletzter, erwartet die Degginger gemessen am Tabellenstand nur ein schweres Spiel. Damits nicht ein noch schwereres wird, sollen Komorskis Zöglinge ihre "spielerischen Fortschritte" zeigen.

Im Angriff kann der Coach immerhin wieder mit dem voll genesenen Timo Rebmann planen, dessen Sturmpartner Timo Deppert fällt verletzt ebenso aus wie der urlaubende Innenverteidiger Kai Strößenreuther. Aber Urlaubsabwesenheit muss in Deggingen ja nicht zwangsläufig Unglück bringen. . .

Im Topspiel der Kreisliga B8 tritt der Sechste TSV Gruibingen voller Zuversicht morgen um 15 Uhr beim Zweiten TG Reichenbach auf. Das 4:4 nach 1:4 gegen Primus Turanspor Göppingen hat den Optimismus der noch ungeschlagenen Gruibinger gestärkt. Von fünf Spielen haben sie dreimal unentschieden gespielt, darunter aber gegen richtig starke Gegner. Mannschaften vom Kaliber Turanspors oder des TSGV Hattenhofen "gibt es in der Kreisliga B9 nicht", behauptet Trainer Björn Esslinger, dessen Team jahrelang in der Nachbarliga spielte.

Von den vielen Punkteteilungen hat Esslinger jetzt die Nase voll. Selbst wenn den Seinen ein weiteres Remis beim Zweiten durchaus helfen kann, will er auf Sieg spielen. Anschließend warten vermeintlich leichtere Gegner, drei Zähler morgen bescherten den Gruibingern rosige Aussichten. Zumal die Verletzungssorgen geringer werden.

Bislang hat Esslinger noch nie seine stärkste Elf aufbieten können, morgen fehlt mit David Unger aber nur noch einer. Torhüter Thomas Wallach ist bereits seit zwei Wochen zurück, in Reichenbach steht auch Stefan Hoffmann wieder in der Startformation. "Er ist unser Leader", sagt Esslinger über den Routinier im Mittelfeld. In Bestbesetzung ist dem Gruibinger Trainer vor keinem Gegner bange. Mit der Mannschaft, wenn sie denn endlich komplett ist, "kann man viel erreichen", sagt er. Womöglich sogar mehr als in der Kreisliga B9, in der Gruibingen immer dicht am Aufstieg vorbeischrammte.