Ulm Schweinerei! Der Saumarkt liegt im Schatten

»Der Metzgr ond dr Baur beim Handl um dui Sau« - Spruch und Denkmal auf dem Ulmer Saumarkt erinnern an den ehemaligen Schweinehandel.
»Der Metzgr ond dr Baur beim Handl um dui Sau« - Spruch und Denkmal auf dem Ulmer Saumarkt erinnern an den ehemaligen Schweinehandel. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / jr 16.08.2012
Noch bis in die 1970er Jahre sind auf dem Ulmer Saumarkt Schweine gehandelt worden. Heute steht auf dem Platz im Fischerviertel ein Denkmal - gewidmet dem ehemaligen Schweinehandel.

E s ist der kurioseste Platz in ganz Ulm, jedenfalls dem Namen nach: der Saumarkt. Beziehungsweise der Schweinmarkt. Der Namensstreit ist legendär, weswegen heute beide Bezeichnungen für diesen Platz im Fischerviertel auf Straßenschildern gleichberechtigt nebeneinander hängen. Tatsächlich sind dort noch bis in die 1970er Jahre Schweine gehandelt worden. Oder Säue. Kurios ist auch eine Plakette, die an einem Haus von Ulmer Widerborstigkeit kündet – räs nennt man das lokalspezifisch, wie die Ulmer Eingeborenen aus dem Fischerviertel. Der Wortlaut des Sprüchleins: „Auch auf dem Markt der Säue/ wohnt echte deutsche Treue.“ Das Denkmal auf dem Platz ist denn auch nicht dem Kaiser gewidmet, sondern dem Schweinehandel: „Der Metzgr ond dr Baur beim Handl um dui Sau“, gestiftet von der Fleischer- und Bäckerinnung Ulm zur 25. Auflage des Zunftschmauses 2001. Für diesen Zunftschmaus ist der Saumarkt eigentlich bekannt, er läutet im Juni traditionell die Ulmer Festsaison ein. Dann gibt es Saumarktkringel, Ulmer Bier und Blasmusik. Den Rest des Jahres aber liegt der Saumarkt eher im Schatten des Fischerplätzles, der touristischen Routen und einer hoch aufragenden Ziegelsteinmauer im Westen. Sie markiert die Wilhelmshöhe als Relikt der Bastion Lauseck, die dem Saumarkt eine weitere besondere Note gibt: Wer es dort hinaufschafft, hat einen phantastischen Blick auf Ulm.

Zurück zur Startseite