„Wir ärgern uns sehr“

Erneut ist es zu Vandalismus im Bereich des Starkholzbacher Sees gekommen: Unbekannte haben das Wachhäuschen des DLRG am vergangenen Wochenende mit Graffiti beschmiert.

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Ruhig liegt der Starkholzbacher See am Abend da. Ein paar Badegäste sonnen sich noch auf der Wiese. Die idyllische Kulisse wird nur durch Schmierereien am kleinen Wachhäuschen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gestört.

Das Holzhäuschen steht etwas versteckt am Ufer des Sees nahe bei den Holzstegen, so dass die Ehrenamtlichen, die dort Wachdienst machen, den Badegästen im Notfall schnell helfen können. Nun haben Unbekannte drei Seiten des kleinen Häuschens mit Sprüchen, Gekritzel und obszönen Bildchen verunstaltet.

Genutzt wird das Wachhäuschen von der DLRG als Lager für Dinge, die zur Wasserrettung benötigt werden. So finden sich darin ein Schlauchboot, ein Rettungsbrett und eine Liege für verletzte Badegäste. „Dass wir das Haus als Lager zur Verfügung haben, ist uns eine große Hilfe“, erklärt Holger Löhr, technischer Leiter der DLRG in Schwäbisch Hall. „Alle Utensilien immer mitzunehmen, wäre für uns schlecht möglich.“

Denn die DLRG organisiert von Mitte Mai bis Mitte September an jedem Wochenende und an Feiertagen einen Wachdienst für die Badegäste am See. So ist beim Dienstantritt am vergangenen Samstag der Schaden auch aufgefallen. „Wir kommen meist so um die Mittagszeit und gehen wieder gegen 18 Uhr“,  erzählt  Löhr. Wenn allerdings an heißen Tagen auch später viel los sei, blieben die Aufpasser natürlich auch  länger. In dieser Zeit sind vier bis fünf ausgebildete Rettungsschwimmer vor Ort, um den Besuchern bei kleinen oder großen Notlagen zu helfen. „Viele kommen mit Schnittwunden oder Insektenstichen“, erzählt Löhr von den Aufgaben am See. Die Ehrenamtlichen seien aber auch ausgebildet, schnell zu helfen, wenn Schwimmer zu ertrinken drohen. Den Dienst leisten alle Ehrenamtlichen aus Überzeugung. Denn Geld bekommen sie keines für ihre Arbeit.

Stadt beseitigt den Schaden

Gerade weil alle Mitglieder ehrenamtlich arbeiten, stört es die DLRG besonders, dass das Haus nun beschädigt wurde:  „Das ärgert uns natürlich sehr, wenn so etwas passiert“, meint Löhr. Hinzu kommt, dass die Frage, wer für die Beseitigung des Schadens aufkommt, nicht ganz leicht zu beantworten ist. Denn das Häuschen gehört der Stadt und nicht der DLRG. Diese hat dort nur die Nutzungsrechte. „Wir werden Kontakt mit der Stadt aufnehmen und darüber verhandeln, wer den Schaden übernimmt“, erläutert Löhr die geplante Vorgehensweise. Auf die Frage, was passiert, wenn die DLRG den Schaden beseitigen muss, sagt er: „Wir leben von unseren Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Da ist es ärgerlich, wenn wir dieses Geld verwenden müssen, um solche Schäden zu beseitigen.“

Auf Anfrage teilt die Stadt mit, dass der Werkhof den Schaden vor Ort begutachtet habe. Weiter heißt es, dass sich das Hochbauamt darum kümmern werde, den Schaden zu beheben. Was das kosten wird, sei trotz Begutachtung noch nicht abschätzbar.

In letzter Zeit kommt es im Bereich des Sees immer wieder zu Fällen von Vandalismus. So ist vor zwei Wochen einer der Picknickplätze beschmiert und vermüllt zurückgelassen worden.  Das kleine Häuschen ist bisher verschont geblieben. Ein Problem mit zunehmendem Müll am See bemerkt aber auch der Wachdienst der DLRG: „In letzter Zeit  kommen mehr Badegäste mit Schnittverletzungen zu uns“, erzählt Löhr von seinen Erfahrungen an den Wochenenden. Immer wieder würden sie dann Scherben auf den Holzstegen finden, die von zerbrochenen Flaschen stammen. „Gerade für Kinder, die einfach nur schnell ins kühle Wasser wollen, ist das eine Gefahr“, erzählt Löhr „sie achten dann oft nicht darauf, wo sie hintreten.“

So ist zu befürchten, dass die idyllische Kulisse am Starkholzbacher See auch in Zukunft immer wieder von Müll und Schmierereien gestört werden wird. Welche Lösungen es dafür gibt und wann genau der entstandene Schaden am Häuschen beseitigt wird, ist noch unklar.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Schwäbisch Hall wurde im Jahr 1936 gegründet und hat 514 Mitglieder. Ihre oft jugendlichen Rettungsschwimmer leisten Wachdienste auch im Frei- und Hallenbad des Schenkenseebads. Seit einem Jahr gibt es von Mai bis September auch einen  Wachdienst am Starkholzbacher See. Dort betreuen die Mitglieder verletzte Badegäste und helfen, wenn Schwimmer im Wasser in Not geraten.
Zur Prävention bietet der Verein schon für Kinder ab dem fünften Lebensjahr  Schwimmkurse an. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, Rettungsschwimmer-Kurse zu machen. Darüber hinaus bildet die DLRG Rettungstaucher aus, die bei der Suche von vermissten oder in Not geratenen Personen im Wasser helfen können. Für ihre Einsätze verfügt die DLRG über zwei Einsatzfahrzeuge mit Rettungsbooten.
Um jederzeit kompetent helfen zu können, trifft sich die DLRG wöchentlich zum Trainingsschwimmen im   Schenkenseebad. Gerade die Rettungstaucher üben aber auch in natürlichen Gewässern wie dem Starkholzbacher See, um mit der natürlichen Umgebung und ihren Eigenheiten gut vertraut zu sein. leh

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