Obersontheim Wirtschaftlicher Rückenwind im Bühlertal

Der WMB-Mitarbeiter David Scheuermann schweißt einen Gehäusedeckel.
Der WMB-Mitarbeiter David Scheuermann schweißt einen Gehäusedeckel. © Foto: Peter Straub
Obersontheim / Peter Straub 01.06.2018
Ventilatoren für Gebäude, Kraftwerksturbinen oder Pkw-Prüfstände: Bei der Obersontheimer Firma „WMB“ brummt die Produktion. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.

Es war der einzig richtige Weg“, sagt Werner Finkbeiner zufrieden, wenn er die Entwicklung seiner Firma beschreibt. 1996 gründete er WMB, und er hatte wohl schon beim Firmennamen die nötige Weitsicht. WMB steht für Werner und seine Söhne Manuel und Benjamin. Die waren damals noch Kinder, wurden aber vorsorglich schon mal in den Firmennamen integriert. Die Firma wuchs schnell. Was in einer Garage in Ummenhofen begann, ist heute ein echtes Schmuckstück mit 4800 Quadratmeter Produktionsfläche im Obersontheimer Gewerbegebiet „Häcker“.

Ständig auf Wachstumskurs

Fragt man Werner Finkbeiner nach seinem Startgedanken, muss er nicht lange überlegen. „Ich hatte ganz genaue Vorstellungen von Axialventilatoren, von ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Zuverlässigkeit.“ Die Produkte, die er entwickelte und selber fertigte, kamen am Markt gut an. Für kurze Zeit produzierte er in Markertshofen. Dann kam wieder die Weitsicht: Im Jahr 2000 baute Finkbeiner neu in Obersontheim. 2005 verdoppelte er die Produktionsfläche auf 1800 Quadratmeter und stellte zusätzliche Mitarbeiter ein. 2016 erweiterte er auf die jetzige Betriebsgröße.

Mit der Produktionsfläche vergrößerte sich auch das Produktionsprogramm. „Mittlerweile stellen wir nicht nur Axial-, sondern auch Radialventilatoren und Querstromgebläse her“, erklärt Diplom-Wirtschaftsingenieur Benjamin Finkbeiner, der als Prokurist für die Materialwirtschaft, die Finanzen, das Personal und die Betriebsorganisation verantwortlich ist. „Wir merken, dass bei unserer jetzigen Betriebsgröße und der Produktvielfalt die Organisation und die innerbetrieblichen Abläufe immer wichtiger werden.“

WMB-Ventilatoren sind nach Kundenwunsch ausgelegte, aus Metall gefertigte Spezialgeräte. Axialventilatoren verwendet man in der Gebäudetechnik, aber auch bei der Bahn zur Kühlung von Waggonbremsen und Lokomotivmotoren. Radialventilatoren setzt man bei Biogasanlagen ein. Sie müssen aus Edelstahl gefertigt sein und spezielle Explosionsschutzvorschriften erfüllen.

Richtig stolz ist man bei WMB auf die eigene Entwicklung eines Querstromgebläses. „Das Besondere ist, dass es in drei Achsen beweglich ist“, sagt Manuel Finkbeiner. „Damit kann der Kunde, ein Pkw-Hersteller, den Fahrtwind für verschiedene Autotypen auf einem Prüfstand simulieren. Das gewinnt immer mehr an Bedeutung, auch vor dem Hintergrund steigender Abgasvorschriften“, sagt der Diplom-Ingenieur, der als Geschäftsführer für die Entwicklung, Konstruktion und den Vertrieb die Verantwortung hat.

Arbeitsbereiche klar strukturiert

Geht man durch die moderne Fabrik, fällt einem die klare Struktur der Produktions- und Montagebereiche auf. In einem Fertigungssektor blitzt und brutzelt es aus den sauberen Schweißkabinen, im anderen Bereich werden mit einer Plasma-Schneidemaschine Einzelteile aus Stahlplatten herausgeschnitten. Auf Biege- und Umformmaschinen werden sie in Form gebracht.

Nach der Fertigung folgen die Vor- und Endmontage, das Wuchten und der Probelauf. In einem Bereich können Kundenabnahmen in der nötigen Ruhe durchgeführt werden. „Ventilatoren müssen besonders laufruhig sein, daran erkennt man die Qualität und die Langlebigkeit“, sagt Firmenchef Werner Finkbeiner.

42 Mitarbeiter hat WMB. Und die Anzahl soll weiter steigen. Es gibt offene Stellen zu besetzen. „Ganz wichtig sind uns die Auszubildenden, wir nehmen pro Lehrjahr zwei Schulabgänger und bilden sie zum Konstruktions-Mechaniker aus“, sagt Manuel Finkbeiner. „Sie werden zuerst ein Jahr in den Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung ausgebildet, danach durchlaufen sie die Fertigungs- und Montagebereiche. Aktuell haben wir sieben Azubis in der Lehre“, erläutert Ausbilder Thorsten Stegmeier. In der Konstruktionsabteilung werden die Ventilatoren nach Kundenwunsch ausgelegt, berechnet und in 2-D- und 3-D-Technik durchkonstruiert. Dort lernt eine Auszubildende den Beruf der Technischen Produktdesignerin.

Was einmal mit der Wärme-, Kälte- und Klimatechnik begann, hat sich mittlerweile auf die Energiewirtschaft, die Verkehrs- und die Automobilwirtschaft erweitert. Geliefert wird weltweit. Aktuell kommt man mit der Produktionsfläche noch aus. „Wenn Absatz und Produktvielfalt weiter steigen, haben wir noch Erweiterungsfläche“, sagen die Finkbeiners. Auch da merkt man wieder: Weitsicht ist am Werk.

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