Wandel und Fortschritt, die sich in Gebäuden oder Orten zeigen: Beim Tag des offenen Denkmals (8. September) stehen in diesem Jahr Umbrüche im Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist das 100. Jubiläum der Kunstschule Bauhaus.

Sichtbar soll das Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ aber auch in geschützten historischen Holzkegelbahnen oder Klöstern werden. „Thema sind Umbrüche an einem jeden Denkmal“, sagte Sarah Wiechers von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die Bauhaus-Ästhetik gilt als Paradebeispiel moderner Architektur. Doch der Tag des offenen Denkmals will gerade die Relativität des Modernitätsbegriffs anschaulich machen. Wiechers: „Was heute alt ist, war in seiner Entstehungszeit ja modern.“ Wandel und Fortschritt könnten Theater betreffen, die ihre Programmatik änderten, oder Industriedenkmale wie die Zeche Zollverein in Essen, die zum Kulturschauplatz umgenutzt wurde.

Die zentrale Auftaktfeier für bundesweit 8000 Veranstaltungen findet in diesem Jahr in Ulm statt. Nach der Eröffnung geht es bei einer Podiumsdiskussion um die Frage, was ein Denkmal modern macht. Die Stiftung Denkmalschutz organisiert den Tag des offenen Denkmals zum 27. Mal und rechnet wie in den Vorjahren mit rund 3,5 Millionen Besuchern bundesweit.

Wiechers zufolge zeigt sich baulicher Zeitgeist in der Eröffnungsstadt Ulm besonders eklatant: Dort steht das spätmittelalterliche Münster mit seinem knapp 162 Meter hohen Kirchturm in direkter Nachbarschaft zum Stadthaus. Letzteres wurde erst 1993 eröffnet und im Januar dieses Jahres unter Schutz gestellt. Damit ist es laut Wiechers Baden-Württembergs jüngstes Denkmal.

Tag des offenen Denkmals