Die Corona-Krise hat die Urlaubspläne vieler Menschen verworfen. Zwar sind die Grenzen wieder geöffnet und mit Mallorca ist auch das beliebteste Reiseziel der Deutschen wieder in Reichweite. Doch in Zeiten von Corona, ziehen viele Menschen einen privateren Urlaub im Campingmobil oder Wohnwagen vor. Caravaning-Anfänger sollten allerdings dringend einige Dinge beachten.

Vor der Reise mit dem Wohnmobil zuerst Führerscheinklasse überprüfen

„Zunächst einmal gilt es, zu überprüfen, ob die Führerscheinklasse überhaupt das Führen des gewünschten Wohnmobils erlaubt“, sagt der Experte für Fahrzeugprüfung Bernd Stürmer. Wer nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen bewegen dürfe, der müsse sich darüber im Klaren sein, dass Ferien mit einer vierköpfigen Familie im Wohnmobil dann kaum möglich seien.
„Das Leergewicht eines Campers mit vernünftiger Ausstattung liegt bereits bei rund 3,2 Tonnen“, sagt der Fachreferent für Fahrzeugtechnik und Fahrzeugprüfung beim Tüv Nord. „Es bleiben also lediglich 300 Kilo für die Reisenden, für Kleidung, Nahrung, Camping-Utensilien und vielleicht sogar noch Fahrräder. Mehr als zwei Personen sind dann kaum machbar.“

Camping Urlaub 2020: Mit Fahreigenschaften des Wohnmobils vertraut machen

Möchte man in den Sommerurlaub mit einem Caravan fahren, sollte man vor lauter Vorfreude keinesfalls etwas überstürzen. Besonders Camping-Einsteiger sollten nicht den Fehler machen, sofort auf große Tour zu gehen. „Erst einmal gilt es, sich in aller Ruhe mit den - im Vergleich zu einem Pkw - deutlich veränderten Ausmaßen und Fahreigenschaften vertraut zu machen“, sagt Jürgen Bosset als Sicherheitstrainer für Caravan-Kurse beim Auto Club Europa (ACE). Neben dem ADAC oder einigen Herstellern, bieten auch Fahrschulen Trainingskurse für Fahranfänger von Campingmobilen an. Ansonsten kann man auch auf einem Verkehrsübungsplatz oder einem großen Parkplatz ein Gefühl fürs Fahrzeug bekommen, so Jost Krüger vom Caravaning Industrie Verband (CIVD).

Gefahren beim Caravaning: Auch erfahrene Camper können Probleme bekommen

„Viele Wohnmobile basieren auf Nutzfahrzeugen, und ein Nutzfahrzeug hat nun mal eine völlig andere Fahrdynamik als ein Pkw“, sagt Stürmer. Deshalb gelte es, den Fahrstil stets anzupassen, etwa bei der Kurvengeschwindigkeit oder beim Bremsen. Auch der Wind hat mehr Angriffsfläche. „Kritisch werden kann es auf Brücken, in Waldgebieten oder beim Überholen von Lkws“, warnt Bosset, der Fahrer müsse hier ganz besonders auf Seitenwind gefasst sein.
Gefürchtet selbst bei erfahrenen Gespann-Fahrern sind das Aufschaukeln und das Schlingern des Wohnanhängers. Beides kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Gespann in voller Fahrt kippt - mit meist fatalen Folgen. „Kommt es zum Aufschaukeln, gibt es nur eine einzige Lösung“, sagt Stürmer. „Nur ein beherzter Tritt auf die Bremse, um sofort Geschwindigkeit abzubauen, hilft dann noch.“ Alles andere, etwa, dass man im Gegenteil sogar Gas geben solle, sei definitiv falsch.

Camping Tipps: Wohnwagen, Wohnmobil oder Caravan richtig beladen

Ebenfalls unbedingt sicherheitsrelevant und leicht umzusetzen, da sind sich die drei Experten einig, ist die Art und Weise, wie Wohnmobil und Wohnwagen beladen werden. „Durch das richtige Beladen lässt sich die Straßenlage positiv beeinflussen“, sagt Stürmer. „Und richtiges Beladen ist das Beladen, das den Schwerpunkt des Fahrzeugs so tief wie möglich hält“.
Bossets Einmaleins des Caravaning-Beladens sieht deshalb aus wie folgt: „In die oberen Regale, die aus Platzgründen in Wohnmobilen zahlreich verbaut sind, gehören möglichst leichte Gegenstände, etwa Wäsche, während man Geschirr oder Küchenmaschinen besser weiter unten verstaut.“ Krüger empfiehlt, das Gepäck gleichmäßig auf der gesamten Fahrzeugfläche zu verteilen. Eine Ausnahme gebe es allerdings, so der Caravaning-Experte: „Auf der Antriebsachse darf etwas mehr Gewicht lasten, denn das verbessert die Traktion“.

Diese Regeln gelten wegen Corona für Urlauber auf Campingplätzen

Was die Hygiene und Schutzauflagen angeht, gibt es in vielen Bundesländern noch keine konkreten Auflagen. Grundsätzlich müssen alle Campingplatzbetreiber ein Hygienekonzept vorlegen und sich an eine begrenzte Anzahl von Gästen halten.

Welche Regelungen gibt es bezüglich Wildcamping?

Wer sich aufgrund der begrenzten Anzahl von Gästen der Campingplätze für das Wildcamping entscheidet, muss einiges beachten. Denn laut dem größten Camping Magazin Europas „Caravaning“, hat jedes Bundesland eigene Naturschutz- und Waldgesetze. Das macht die Rechtsgrundlage relativ undurchsichtig. Generell ist Campen oder Zelten in Naturschutzgebieten verboten und auf Privatgrund nur mit Zustimmung des Eigentümers erlaubt. Dies betrifft beispielsweise auch Privatwälder.