Konkret geht es bei der Abstimmung in Straßburg um die sogenannte Taxonomie der EU. Sie ist ein Klassifikationssystem, das private Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten lenken und so dem Kampf gegen den Klimawandel helfen soll.
Für Unternehmen ist die Taxonomie relevant, weil sie die Investitionsentscheidungen von Anlegern beeinflusst und damit zum Beispiel Auswirkungen auf Finanzierungskosten von Projekten haben könnte. Investoren sollen zudem in die Lage versetzt werden, Investitionen in klimaschädliche Wirtschaftsbereiche zu vermeiden. Bisher sind etwa erneuerbare Energien in der Taxonomie als klimafreundlich eingestuft.
Der Vorstoß der Europäischen Kommission, auch Gas und Atomkraft zeitweise als umweltfreundlich einzuordnen, hatte zu Protesten bei Umweltschützern geführt. „Atomenergie ist hochgefährlich und durch das ungelöste Abfallproblem keineswegs eine nachhaltige Energiequelle“, hieß es etwa in einem offenen Brief von mehr als 20 Umwelt- und Klimaorganisationen an die EU-Parlamentarier. Wie die Abstimmung ausgeht, ist offen. Sollte sich eine ausreichende Mehrheit gegen den Vorschlag finden, würde die Regelung nicht in Kraft treten.