Bei den Tarifverhandlungen für die Deutsche Post gibt es eine Einigung. Die Gespräche seien am Mittwochvormittag erfolgreich abgeschlossen worden, teilten Sprecher der Gewerkschaft Verdi und der Post mit.
Verdi hatte Einkommenserhöhungen von 5,5 Prozent gefordert. Mit Warnstreiks hatte die Gewerkschaft in den vergangenen zwei Wochen Druck für ihre Forderungen gemacht. Nach Verdi-Angaben beteiligten sich an sechs Streiktagen rund 22.000 Beschäftigte an mehr als 300 Standorten von Post und DHL.

3 Prozent mehr Lohn ab 2021

Inmitten der Corona-Krise gibt es einen neuen Tarifvertrag für rund 140.000 Menschen. Die Mitarbeiter sollen zum 1. Januar 2021 Jahres 3 Prozent mehr Lohn und Gehalt bekommen. Ein Jahr später soll es ein weiteres Plus um 2 Prozent geben. Zudem sollen Vollzeitbeschäftigte im November eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro bekommen, Teilzeitbeschäftigte und Auszubildende sollen 150 Euro erhalten. Eine Verdi-Tarifkommission nahm das Tarifergebnis auf einer Sitzung am Mittwoch einstimmig an. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 28 Monaten haben und bis Ende Dezember 2022 laufen.

Freie Wahl zwischen Geld und Freizeit bei der Post

Neben den Anhebungen bei Gehältern und Löhnen wurden auch höhere Vergütungen für Auszubildende und dual Studierende sowie eine Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen bis Ende Dezember 2023 vereinbart. Außerdem wurde eine seit 2018 bestehende Wahloption fortgeschrieben. Damit können Beschäftigte wählen, ob sie auf das vorgesehene Lohn- und Gehaltsplus verzichten und stattdessen mehr Freizeit - eine sogenannte Entlastungszeit - bekommen.
Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie sprach in einer Mitteilung von einer „guten Gesamteinigung“, die Planungssicherheit für Mitarbeiter und Kunden biete. „Für uns war es wichtig, in einer sehr unsicheren wirtschaftlichen Gesamtsituation tragfähige Lohnsteigerungen zu vereinbaren, die einerseits eine Würdigung für die Leistungen unserer Beschäftigten darstellen, die es uns andererseits aber auch ermöglichen, weitere Investitionen in unser Geschäft zu tätigen, um langfristig Beschäftigung zu sichern. Dieses Ziel haben wir erreicht“, sagte Ogilvie.

Verdi freut sich über Streik-Ergebnis bei Post und DHL

Auch die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis zeigte sich angesichts der Einigung zufrieden. „Das ist ein gutes Verhandlungsergebnis, das für die Beschäftigten eine nachhaltige Lohnerhöhung, Sicherheit und Perspektive bringt. Ohne das starke Engagement unserer Mitglieder wäre dies so nicht möglich gewesen“, sagte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft.
Schon bei der vergangenen Tarifeinigung im April 2018 hatten sich beide Seiten auf eine zweistufige Anhebung geeinigt - im Oktober 2018 stiegen die Löhne und Gehälter um 3 Prozent und im Oktober 2019 um 2,1 Prozent.

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