Der Innenausschuss des Bundestages will an diesem Donnerstag von Ministern aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wissen, warum vor der Unwetterkatastrophe im Juli nicht ausreichend gewarnt und evakuiert wurde. Außerdem geht es darum, ob die Abläufe und Zuständigkeiten im Katastrophenschutz verändert werden sollten. Die Verantwortung für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten liegt bisher bei den Ländern. Der Bund kann lediglich auf Anforderung Unterstützung anbieten, etwa durch die Bundeswehr.
Aus Termingründen werden der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) und sein Amtskollege aus NRW, Herbert Reul (CDU), zu der Sondersitzung per Video zugeschaltet. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wird vor Ort erwartet.
Nach Starkregen waren am Abend des 14. Juli im Westen Deutschlands mehrere Ortschaften überflutet worden. 183 Menschen starben. Die meisten Opfer waren im Ahrtal zu beklagen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen Landrat Jürgen Pföhler (CDU) und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes. Der Katastrophenalarm soll im Landkreis Ahrweiler erst sehr spät ausgelöst worden sein.