Katholikentag Angela Merkel zu Gast: Katholikentag geht weiter

Felix Genn, Bischof von Münster, segnet beim Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt Gläubige. Vom 09. bis 13. Mai findet der Katholikentag unter dem Motto «Suche Frieden» in Münster statt.
Felix Genn, Bischof von Münster, segnet beim Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt Gläubige. Vom 09. bis 13. Mai findet der Katholikentag unter dem Motto «Suche Frieden» in Münster statt. © Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Münster / dpa 10.05.2018
Das Programm auf dem Katholikentag in Münster ist vielfältig. Auch Gäste aus dem Ausland können Besucher entdecken.

Kim Jong Un als Gast: Natürlich ist der nordkoreanische Machthaber nicht tatsächlich nach Münster gekommen - dennoch ist der Diktator präsent. Auf einem in der Stadt aufgestellten Katholikentagsplakat blickt er ins Weite, in der Ferne startet eine seiner Raketen. Überschrieben ist das Plakat mit „Suche Frieden“ - dem Motto der Veranstaltung. Das Ganze könne als Appell des Katholikentags an Kim interpretiert werden, auf weitere Atomwaffenversuche und Raketenstarts zu verzichten, hieß es dazu von den Veranstaltern.

„Udos Zehn Gebote“: Unter diesem Titel präsentiert das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken eine Bildserie des Rockmusikers Udo Lindenberg, der hin und wieder gerne auch zum Pinsel greift. In der Münsteraner Überwasserkirche stehen nun 14 Bilder - das größte 1,80 mal 2,30 Meter. Sie alle zeigen Lindenbergs humorige und hintergründige Interpretationen der biblischen Weisungen. Lindenberg hat für die Bilder seine Lieblingsgetränke als Farben eingesetzt - die Malereien nennt er passenderweise „Likörelle“.

Das liebe Geld: Im Vorfeld gab es Streit ums Geld. SPD und Grüne im Rat der Stadt Münster wollten den Katholikentag wegen der angespannten kommunalen Haushaltslage nicht direkt mit Steuergeldern unterstützen, sondern mit Sachleistungen. Das schlug Wellen: Ausgerechnet Münster stellte sich quer, während das Geld im wenig katholischen Leipzig zwei Jahre zuvor kein Problem war. Bis in die 1990er Jahre war es nach Angaben eines Katholikentagssprechers allerdings üblich, dass die Veranstaltungsorte kein Geld, sondern Sachleistungen zusteuerten. Da Kirchentagskritiker mehr Transparenz einforderten, wurde das System vor über 20 Jahren umgestellt. Jetzt also die Rolle rückwärts - auch wenn die Veranstalter in Münster offiziell mitteilen, die Stadt beteilige sich mit 982 000 Euro an den Kosten für den Katholikentag. Eine klassische Bezuschussung ist das jedoch nicht - hinter der Summe stecken Sachleistungen in Höhe von rund 700 000 Euro sowie Spenden. Der größte Spendenbatzen kommt von der Sparkasse Münsterland-Ost, die mit der Stadt in Verbindung steht.

Podiumsdiskussionen: Der Freitag steht ganz im Zeichen des Austauschs. "Deutschland in einer veränderten Weltlage - Wie umgehen mit Konfliktherden und aggressiven Regimes?" - dieser etwas sperrige Titel ist das Thema einer Podiumsdiskussion mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie diskutiert mit Volkswirt und Friedensforscher Tilman Brück und Kardinal Peter Turkson (Vatikan). Daneben diskutiert Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mit Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) und TV-Journalist Jörg Schönenbornüber Populismus im Wahlkampf.