Buch Sarrazin sieht Deutschland vom Islam bedroht

Berlin / Andre Bochow 31.08.2018

Genau acht Jahre nachdem Thilo Sarrazin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ präsentierte, legt er nun nach. Was folgt, wirkt ritualisiert. Mit dem Erscheinen seines neuen Buches wird der Autor vom SPD-Generalsekretär zum Verlassen der SPD aufgefordert. Und wie immer versichert der mittlerweile 73-jährige Volkswirt, sein Werk basiere auf Zahlen und Statistiken, die „stocksolide“ seien und folglich nur von ideologischen Ignoranten angezweifelt werden könnten.

In der Einleitung fragt sich Sarrazin, inwieweit der  Islam „und die Einwanderung von Muslimen eine Gefahr für die Zukunft der westlichen Gesellschaft“ bilden. Selbstredend hat er eine Antwort. Schließlich trägt sein Buch den Titel: „Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht.“ Zusammengefasst gehen Sarrazins Thesen so: Der Islam ist grundsätzlich intolerant, aggressiv und führt zu Rückständigkeit. Der Kinderreichtum muslimischer Frauen habe zur Folge, dass schon in 50 bis 75 Jahren die Muslime in Deutschland die Mehrheit stellen. Muslime entwickeln sich in der Regel nicht und die Geburtenraten blieben hoch. Daraus folgert er, man müsse „die Einwanderung von Muslimen grundsätzlich unterbinden“, illegal Eingewanderte seien „notfalls auch mit militärischen Mitteln“ außer Landes zu bringen.

Sarrazin räumt ein, dass man beim Studium des Islam auch zu anderen Schlüssen kommen könne. Zweifel an seinen Zahlen lässt er nicht gelten. Weil er behauptet, zwei Drittel der Deutsch-Türken hätten für Erdogan gestimmt, wird ihm vorgehalten, dass viele der Wahl ferngeblieben seien. Da blieben dann nur gut 18 Prozent der möglichen Stimmen. Darauf Sarrazin: „Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Nichtwähler anders denken.“ Im Saal wird laut gelacht.

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