Fast ein Vierteljahrhundert nach einem Mordfall mit lange nicht identifiziertem Opfer will das Landgericht Aachen am Dienstag das Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung des 51-jährigen Deutschen hat einen Freispruch beantragt. Der Angeklagte schwieg im Verfahren.
Das Gericht hörte mehr als 45 Zeugen, um das Geschehen vor langer Zeit aufzuarbeiten. Darunter war auch der Hauptbelastungszeuge, der über die Gewalttat vom Hörensagen wusste und sich nach einem Fernsehbericht gemeldet hatte. Mord verjährt nicht.
In dem Prozess geht es um den Tod eines Wohnmobil-Händlers aus Aachen vor fast 25 Jahren. Der Angeklagte soll zusammen mit einem längst gestorbenen Mittäter in der Werkstatt des Händlers gearbeitet und den damals 43-jährigen Familienvater wegen 5000 Mark aus Habgier getötet haben.
Dessen unbekleidete Leiche war am 8. Dezember 1996 an einer stillgelegten Kiesgrube nördlich von Krefeld entdeckt worden. Die Identität des grausam zugerichteten Opfers war über 20 Jahre nicht bekannt. Daher gab der Leichenfundort „Sandkuhle“ dem ungelösten Fall den Namen. Erst 2019 nannte ein Zuschauer der Fahndungssendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ den Namen des Toten und gab einen Hinweis auf den Angeklagten.