Während das Leben der Bürger immer teurer wird, verdient sich der Staat an deren Mehrausgaben eine goldene Nase. Dieser Vorwurf, der vor allem der Opposition leicht von den Lippen geht, ist jedoch ungerecht. Ihn zu entkräften, reicht ein Blick auf die milliardenschweren Entlastungspakete, die die Inflation nötig gemacht hat. Ausgaben von fast 300 Milliarden Euro, die für Gas- und Strompreisbremsen, Tankrabatt, Neun-Euro-Ticket und und und veranschlagt sind, lassen 126 Milliarden Euro Mehreinnahmen schnell weniger leuchtend dastehen.Vor allem in Anbetracht der Rezession, die vor der Tür steht und das Lagebild im kommenden Jahr verändern wird.
Hinzu kommt: Nicht nur bei Bürgern wachsen in Zeiten steigender Preise die Ausgaben, auch bei Bund, Ländern und Kommunen. Alles, was davor schon teuer war, Investitionen in Digitalisierung und Klimaschutz etwa, wird nun noch mehr kosten. Am greifbarsten wird dies beim Bauen: Kindergärten, Wohnungen, Sanierungen – der öffentlichen Hand geht es hier nicht anders als privaten Hausbauern, die unter den Teuerungen ächzen. Nur auf den ersten Blick ist der Staat deswegen Krisengewinner.