Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) stellt sich zur Wiederwahl, obwohl sein angepeiltes Bündnis aus Linken, SPD und Grünen mit zusammen 42 Sitzen keine Mehrheit im Parlament hat. Die AfD stellt ihm einen Kandidaten entgegen: Der ehrenamtliche Bürgermeister des 350-Einwohner-Ortes Sundhausen, Christoph Kindervater (parteilos), soll gegen Ramelow antreten. Die AfD hat 22 Sitze im Parlament.

In den ersten beiden Wahlgängen ist eine absolute Mehrheit nötig. Im dritten Wahlgang reicht die relative Mehrheit - gewählt ist dann, wer von den Kandidaten die meisten Stimmen erhält.

Auch spontane Kandidaturen sind möglich. So will die FDP-Fraktion unter bestimmten Voraussetzungen ihren Chef Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang ins Rennen schicken. Kemmerich will aber nur dann antreten, wenn neben Ramelow noch ein AfD-Kandidat dabei ist. Außerdem will sich die FDP vor dem dritten Wahlgang mit der CDU absprechen, die es zuletzt noch offen ließ, ob sie einen eigenen Kandidaten für die letzte Wahlrunde aufstellt.

Unwägbarkeiten gibt es auch bei der Auslegung der Thüringer Verfassung. Für den Fall, dass es im dritten Wahlgang nur einen einzigen Kandidaten gibt, ist juristisch umstritten, ob dieser auch gewählt wäre, wenn er mehr Nein- als Ja-Stimmen erhält.