Die Südwest-CDU will sich nach mehreren Wahlschlappen und inmitten der Suche nach einer neuen Bundesspitze für die Zukunft aufstellen. Der zweitgrößte Landesverband kommt am Samstag zu einem Präsenzparteitag in Mannheim zusammen. Geladen sind 314 Delegierte und 100 Gäste, die getestet, geimpft oder genesen sein müssen. „Ab Sonntag ist Schluss mit Selbstbeschäftigung“, sagte CDU-Fraktionschef Manuel Hagel den „Badischen Neuesten Nachrichten“ und der „Rhein-Neckar-Zeitung“ im Vorfeld. „Wir haben einen Plan für unser Land. Darum geht es.“
Innenminister Thomas Strobl will in Mannheim erneut für den Landesvorsitz kandidieren. Nach den historisch schwachen Ergebnissen bei Landtags- und Bundestagswahl gibt es auch in der Südwest-CDU heftige Kritik an der Führung. Zuletzt gab es aus Teilen der CDU - vor allem in Südbaden - Rufe nach einem Rückzugs Strobls. Ob ihn ein Gegenkandidat in Mannheim herausfordert, ist aber offen.
„Mannheim ist vor allem eine Chance“, sagte Hagel den Blättern. „Wir müssen uns neu entscheiden, spielen wir im Team Aufbruch oder im Team Abbruch. Ich werbe für Aufbruch.“ Zum möglichen Abschneiden Strobls bei der Wahl sagte der Fraktionschef: „Thomas Strobl hat in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen. Das ist aller Ehren wert. An dem Versuch, Wahlergebnisse zum politischen Schönheitswettbewerb auszurufen, werde ich mich deshalb nicht beteiligen.“ Er werbe für Gelassenheit.
Strobl hält zwar am Landesvorsitz fest, beim CDU-Bundesparteitag im Januar will er aber nicht mehr für den stellvertretenden Bundesvorsitz kandidieren, den er seit zehn Jahren inne hat. Der 61-Jährige steht seit zehn Jahren an der Spitze der Südwest-CDU und ist auch Vize-Regierungschef in der grün-schwarzen Koalition. Der Heilbronner gilt als Vertrauter des grünen Regierungschefs Winfried Kretschmann, mit dem er trotz der Niederlage der CDU im Frühjahr eine Wiederauflage von Grün-Schwarz aushandelte.