Kurz vor der entscheidenden Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag kommt aus dem Südwesten eine Maximalforderung: Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Manuel Hagel macht sich für einen schnellen und harten Lockdown stark. „Wir brauchen jetzt einen konsequenten Advents-Lockdown mit einem weitgehenden Runterfahren des öffentlichen Lebens inklusive Handel, Gastronomie, Sport- und Kulturveranstaltungen“, sagte Hagel im Exklusiv-Interview mit der der SÜDWEST PRESSE. Kitas und Schulen müssten aber geöffnet bleiben, „diese Lehre sollten wir aus dem ersten Lockdown ziehen“.

Nach Weihnachten 2G Plus

Der 33-Jährige plädiert dafür, das öffentliche Leben „ab Anfang kommender Woche“ bis unmittelbar vor Weihnachten herunterzufahren. Nur wenn die Politik jetzt handele, sei Weihnachten mit der Großfamilie möglich. „Wenn wir während des Lockdown die Impfquote steigern, die Inzidenz drücken und ab Weihnachten mit 2G+ weitermachen, können wir durch den Winter kommen.“ Hagel erinnert an den vergangenen Winter, da habe die Politk auf einen „wirkungslosen Lockdown light über viele Wochen“ gesetzt und erst danach auf einen klaren Lockdown. „Danach haben viele gesagt: Wären wir gleich hart reingegangen, wäre uns vieles erspart geblieben.“ 
Hagel sprach sich dafür aus, dass Baden-Württemberg eine Bundesratsinitiative zur Einführung der allgemeinen Impfpflicht für Volljährige startet. „Wir müssen das jetzt gesetzgeberisch und auch logistisch vorbereiten, damit wir die Impfpflicht bereits ab Anfang 2022 umsetzen können.“ Bis die neue Bundesregierung in die Gänge komme, dauere es zu lange. 
Bislang plant Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) keinen harten Lockdown, aber das Verbot von Weihnachtsmärkten und Einschränkungen für Discos oder Fußballspiele. Eine neue Corona-Verordnung soll nach der Ministerpräsidentenkonferenz finalisiert und am Samstag in Kraft treten.