Die Christen in Baden-Württemberg können nach dem Einlenken der Regierung nun doch Präsenzgottesdienste an Ostern feiern. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger reagierte am Donnerstag erleichtert. In einem Brief an die katholischen Pfarrgemeinden schrieb er, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sei auf die Kirchen zugegangen. Kretschmann traue ihnen zu, „in bewährter und damit verantwortungsvoller Weise den bisher eingeschlagenen Weg“ mit strengen Hygienekonzepten in den Gottesdiensten weiterzugehen.
Bund und Länder hatten ursprünglich beschlossen, die Kirchen zu bitten, Gottesdienste nur online anzubieten. Dies hatte zu Protesten geführt. Der Sprecher der evangelischen Landeskirche in Württemberg, Oliver Hoesch, sagte der „Heilbronner Stimme“, dass viele Gemeinden für Karfreitag und Ostern ohnehin auch digitale Gottesdienste anböten, so wie dies auch an Weihnachten der Fall war.

Bedford-Strohm: Ostergottesdienste sind trotz Corona zu verantworten

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich überzeugt gezeigt, dass die Ostergottesdienste trotz der Corona-Pandemie zu verantworten sind. Die Präsenzgottesdienste fänden unter strengen Hygiene- und Schutzkonzepten statt, die sich bewährt hätten, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Die Gemeinden setzten diese Konzepte so um, dass von den Gottesdiensten keine Infektionsrisiken ausgingen. Ohnehin werde nur eine begrenzte Zahl von Menschen die Präsenzgottesdienste besuchen. Diese seien aber wichtig, weil nicht alle Zugang zu digitalen Formaten hätten.
Die Entscheidung über Präsenzgottesdienste zu Karfreitag und Ostern sollen die einzelnen Kirchengemeinden abhängig von der Corona-Lage treffen. Damit gilt nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland eine ähnliche Regelung wie an Weihnachten. Die Hygienekonzepte seien seit Weihnachten noch einmal weiter entwickelt worden.