Kurz bevor Baden-Württembergs neuer Landtag zusammentritt, stimmen Grüne und CDU auf getrennten Landesparteitagen über den Koalitionsvertrag ab. Die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann tagen am Samstag ebenso wie die Christdemokraten in Stuttgart. Auch wenn die CDU nach der Wahlschlappe Mitte März einige Zugeständnisse machen musste - es wird erwartet, dass beide Parteien das Vertragswerk durchwinken. Der Klimaschutz steht im Zentrum der Vorhaben, allerdings stehen alle Projekte unter Finanzierungsvorbehalt.

Stuttgart

Am Mittwoch will sich Kretschmann zum dritten Mal zum Regierungschef wählen lassen. Bei der Landtagswahl hatten die Grünen einen historischen Sieg eingefahren und ihren Koalitionspartner CDU 8,5 Prozentpunkte hinter sich gelassen. Zunächst hatten die Grünen auch mit SPD und FDP sondiert, am Ende entschieden sie sich auf Kretschmanns Drängen doch erneut für die CDU.

Landesparteitage in Stuttgart: Laschet und Merz erwartet

Beide Parteitage finden vorwiegend digital statt. Bei der CDU wird allerdings vor Ort bundespolitische Prominenz erwartet – Bundeschef Armin Laschet und sein ehemaliger Kontrahent um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, sollen persönlich erscheinen. Laschet hatte erst vor kurzem bei einer Videokonferenz mit der baden-württembergischen CDU verkündet, dass er den Wirtschaftsexperten in sein Wahlkampfteam holen will.
Die baden-württembergische CDU ist der zweitgrößte Landesverband und hatte im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur mehrheitlich CSU-Chef Markus Söder unterstützt. Auch Ex-Bundestagsfraktionschef Merz ist in der Südwest-CDU sehr beliebt. Laschets Schachzug, Merz einzubinden, dürfte auch der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni geschuldet sein. Der Sauerländer ist auch in der Ost-CDU sehr geschätzt.