Das kommt in den besten Familien vor. Ein Wort gibt das nächste. Einer ist beleidigt, der andere auch – und am Ende hat jemand Weihnachten getötet, und das Fest ist ein für alle Mal versaut. Jahre später wird sich keiner mehr daran erinnern können, worum genau sich der Streit drehte, wer was zuerst gesagt oder in den falschen Hals bekommen hat. Übrig bleibt, dass Weihnachten für alle Zeiten tot ist. Wiederauferstehung ausgeschlossen.

Die für Migrationsfragen zuständige Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) hat jetzt Weihnachten zwar nicht getötet, so aber doch abgeschafft. Das erklärt jedenfalls AfD-Chefin Alice Weidel. Abgeschafft? Haben wir die ganzen Geschenke jetzt etwa umsonst gekauft? Gibt es nächste Woche keinen Braten? Und was ist mit den Süßigkeiten?

Ganz so fürchterlich kommt es dann doch nicht. Widmann-Mauz, aus Tübingen hat Weihnachten abgeschafft? Nein, ihre Pressestelle hat eine Weihnachtskarte verschickt, auf der nicht „frohe Weihnachten“, sondern eine „besinnliche Zeit“ gewünscht wird: „Egal, woran Sie glauben...“

Das geht natürlich gar nicht, Untergang des Abendlandes und so weiter, maulen jetzt die Frohe-Weihnachten-Fanatiker und Islamisierungs-Apokalyptiker, und vor allem eben Frau Weidel.  So was kommt Weihnachten halt mal vor. Aber nächstes Jahr ist alles wieder vergessen. Bestimmt.