SPD Zur Urwahl-Debatte in der SPD

Mathias Puddig
Mathias Puddig © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Photo
Berlin / Mathias Puddig 13.02.2018

Die SPD steht vor einem riesigen Aufgabenberg. Sie stellt den Koalitionsvertrag erst zur Debatte, dann zur Abstimmung, bestimmt eine neue Parteichefin und will sich gleichzeitig erneuern. Über den Stil müsste eigentlich auch geredet werden, da haben ­Gabriel und Schulz zuletzt gar kein gutes Bild abgegeben. Nun verlangt die Parteilinke auch noch eine Urwahl über den Parteichef. Nur eine Frage stellt derzeit keiner: Wie soll das alles gleichzeitig gelingen?

Das Multitasking, das von der 20,5-Prozent-Partei erwartet wird, muss scheitern: In dem Moment, in dem sich die Partei auf eine der Aufgaben ernsthaft konzentriert, bleibt eine andere zwangsläufig liegen. Etwas anderes ist von einer auch personell gerupften Partei kaum zu erwarten.

Was die überforderte SPD braucht, ist etwas Disziplin. Keine Brioni-Basta-Disziplin, die so vielen Genossen noch in den Knochen steckt. Sondern eine konzentrierte Disziplin, mit der eine Aufgabe nach der anderen abgearbeitet wird. Zwangsläufig steht dabei die GroKo-Debatte ganz vorn. Wer die aber ernsthaft führt, der wird weder die Zeit, noch die Kraft haben, gleichzeitig für eine Urwahl zu trommeln.