ZUR PERSON: Zupackender Präsident

Gilt als pragmatisch: Senegals frisch gewählter Präsident Macky Sall.
Gilt als pragmatisch: Senegals frisch gewählter Präsident Macky Sall.
KATE THOMAS, DPA 29.03.2012
Nach seiner Wahl zum neuen Staatspräsidenten des Senegals wird Macky Sall unter Beweis stellen müssen, dass er für einen Wandel steht.

Die Mutter Erdnussverkäuferin, der Vater Beamter: Macky Sall, Senegals neu gewählter Präsident, kommt aus bescheidenen Verhältnissen. Er hat sich hochgearbeitet, erst zum Geologen in Senegals Bergbauindustrie, später führte ihn sein Weg in die Politik: Er wurde erst Innenminister seines Landes (2002-2004), dann Ministerpräsident (2004-2007).

Wenn er am 1. April den Amtseid ablegt, wird Sall, geboren am 11. Dezember 1961, der jüngste Präsident in der Geschichte Senegals sein - und der erste, der nach dem Ende der französischen Kolonialherrschaft (1960) geboren wurde.

Zudem ist Sall anders als frühere Präsidenten im Senegal - auch anders als sein politischer Ziehvater und langjähriger Präsident Abdoulaye Wade (85), den er nach der Stichwahl am Sonntag an der Spitze des Landes ablösen wird: Sall wird als ein praktischer, ein zupackender Politiker beschrieben. Einer, der sich nicht mit großen Ideen aufhält.

Beobachter erwarten nun einen neuen Führungsstil. Während sein Vorgänger Wade immer wieder für seine Vorliebe für teure Bauprojekte kritisiert wurde - vom Flughafen bis hin zu einer Bronzestatue, die viele Millionen Dollar gekostet haben soll - verspricht Micky Sall, die Lebenskosten für alle Senegalesen zu senken. So will er das anfällige Stromnetz verbessern und unterentwickelte Regionen fördern, wie Sall am Vorabend der Wahl angekündigt hatte.

Doch Sall muss erst beweisen, dass er für einen Wandel steht, sagt Politikexperte Ali Fari Ndiaye. "Sall hat viel politisches Kapital errungen. Aber die Frage ist jetzt, ob er es weise anwenden kann", sagt Ndiaye. "Seine größte Herausforderung wird sein, Senegals hart erarbeiteten demokratischen Ruf aufrechtzuerhalten."